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Schleck Gran Fondo 2022: Ein Erfahrungsbericht von Jürgen!

by Daniel

Im heutigen Blog berichtet SpeedVille Leser Jürgen von seinen Erfahrungen beim Schleck Gran Fondo in Luxemburg!

Denn als ich die Tage unsere Renn-Tipps für 2023 listete, wo wir auch den Schleck Gran Fondo platzierten, kontaktierte mich Jürgen und bot sich an, seinen Rennbericht 22 auf SpeedVille zur Verfügung zu stellen.

Sehr gerne Jürgen!

Persönlich bin ich selbst auch durchaus interessiert mal dort beim Rennen an den Start zu gehen – schließlich sind von uns in der Eifel die Wege nicht weit.. Das Terrain zudem nahezu identisch!

Viel Spaß mit Jürgen’s interessantem Rennbericht :-)

Herzlichst,
Daniel

Schleck Gran Fondo

Schleck Gran Fondo Rennbericht!

Von SpeedVille Leser Jürgen

Ein Gran Fondo in Luxemburg, quasi direkt vor der Haustür?

Hört sich gut an – fand wohl auch mein genauso radsportbegeisterter Schwager und schenkte mir zum Geburtstag die Teilnahme am Schleck Gran Fondo 2022.

Zugegeben mein erst zweiter Gran Fondo nach der kurzen Runde des Mallorca 312 (167km) in 2021.

Samstag, den 21.Mai 2022 sollte es losgehen, nach eher moderater Vorbereitung im Winter mittels Standard-Trainingsplan auf der Rolle und der ein oder anderen gemeinsamen Trainingsfahrt im Frühjahr haben wir uns für die längere der beiden möglichen Strecken (155km) entschieden.

Ziel: Ordentlich Druck aufs Pedal geben, einen schönen Tag haben, sicher ankommen…und das irgendwo im Mittelfeld der Jedermänner. 

Insgesamt 3000 Teilnehmer, 46 Nationalitäten, so ist es auf der offiziellen Website zu lesen.

Organisator: Fränk Schleck

Einer dieser Teilnehmer soll auch Organisator und Luxemburgs Tour-Held Fränk Schleck sein, der sich nach eigener Aussage von hinten startend im Feld nach vorne arbeitet, um möglichst viel Atmosphäre aufzusaugen….

…oder war´s anders rum?…von vorne startend nach hinten fallen lassen?

Egal, ich habe ihn jedenfalls nicht angetroffen…

Schleck Gran Fondo Strecke
Strecke des Schleck Gran Fondo 22 (Quelle: Strava Screenshot)

Start beim Schleck Gran Fondo: Mondorf-les-Bains

Die Organisatoren hatten sich für 2022 einen sehr abwechslungsreichen Rundkurs ab Mondorf-les-Bains im Süden Luxemburgs ausgeguckt:

Nach ein paar ersten kleineren Anstiegen ein flacher Abschnitt entlang der Mosel und unterhalb der Weinberge, bevor es dann raus aus dem Moseltal in die hügeligeren Gefilde geht.

Aber alles auch als Gran Fondo-Neuling machbar.

Man bewegt sich immer zwischen 140m und 420m über NN. Also keine langen Anstiege, dafür aber zahlreich.

Auch die Steigungsprozente beim Schleck Gran Fondo sind moderat, nur selten wird’s mal zweistellig. 

Schleck Gran Fondo in Zahlen

Ein paar Fakten zum Event: 

  • Kostenpunkt je nach Anmeldedatum ab 49,- EUR
  • Startpunkt ist Mondorf-les-Bains, Luxemburg
  • Startschuss 09:30 Uhr

Für uns eine Anreise von ca. 80km. Das schafft man auch morgens vorm Event, zumal der Startschuss nicht so früh wie bei anderen Rennen fällt.

Um halb sieben in der Früh ging´s los, eine gute Stunde Fahrt bis Mondorf-les-Bains, Parkplatz suchen, eine Stunde für die Anmeldung und das Anbringen der Startnummern eingeplant.

Wer weiß, was da los ist, wenn an die 3000 Teilnehmer zeitgleich zur Anmeldung beim Schleck Gran Fondo wollen und das am besten möglichst kurz vor dem Start (Anm.: Anmeldung ist aber auch am Vortag schon möglich).

Good News: Anmeldung am Renntag geht schnell!

Ich kann´s vorweg nehmen:

Entgegen der Erfahrung bei M312 braucht man hier keine Stunde – in 5 Minuten waren wir bei der Anmeldung, nach weiteren 5 Minuten wieder raus.

Also eine Stunde überbrücken, ohne bei 13 Grad in Kurz-kurz draußen zu frieren, zurück zum Auto, die Entfernungen sind hier zum Glück ziemlich kurz, Startnummer ans Trikot pinnen, kurzer Power Nap, die dritte Banane und los geht’s zur Startlinie.


Unsere Radrenn-Tipps für 2023!


Warm fahren?

Die Idee uns warm zu fahren, kam uns nicht wirklich, man kann ja auch moderat starten und sich während des Rennens aufwärmen und dann langsam steigern.

So der Plan.

Dazu aber später mehr.

Stimmung unter den Teilnehmern beim Schleck Gran Fondo würde ich mal als locker und auch im weiteren Rennverlauf als kollegial bezeichnen – liegt aber sicher auch an der gewählten Startgruppe…wir hatten uns für den sog. „Leisure Ride“ entschieden.

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Alle, die sich für die UCI Gran Fondo WM qualifizieren wollen oder auf Platzierung fahren, starten vorher in den entsprechenden Altersklassen nacheinander.

Unsere Strategie für den Schleck Gran Fondo: Gutes Hinterrad finden!

Unsere Strategie zum Rennen war klar, vom Start weg ein gutes Hinterrad finden und soweit wie möglich mitrollen ohne zu überziehen.

Gefühlt 5min nach Start war die Strategie hinfällig, warm fahren wäre eine durchaus gute Idee gewesen!

Auch beim Leisure Ride geht’s direkt ambitioniert los!

Wir hetzen also dem schnell startenden Teil der Jedermänner (und Frauen) hinterher und versuchen an einer größeren Gruppe Anschluss zu halten auch wenn es eigentlich nicht „unser“ Tempo ist.

Der Puls ist schnell bei 170+ und nicht selten stand trotz Windschattens  FTP+20% und mehr auf der Uhr.

Man lässt sich einfach zu gerne mitreißen…

Abreißen lassen

Eine halbe Stunde später siegen dann aber doch die ersten „Hilferufe“ des Körpers über das anfängliche Adrenalin/Endorphin-Gemisch.

Ergo: Rausnehmen und abreißen lassen, die nächste (etwas langsamere) Gruppe kommt bestimmt! 

Zurück also zur eigentlichen Strategie:

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Sehr ähnliches Terrain wie in Luxemburg: Unser SpeedVille Bikecamp in der Eifel

Pacing: 75-85% an den Anstiegen

Irgendwas zwischen 75% und 85% Intensität, nie dauerhaft mehr.

Ab dem ersten Gel nach einer Stunde und der Rückkehr der Vernunft lief´s besser – schöne Anstiege, schnelle abwechslungsreiche, kurvige Abfahrten auf oft schmalen, aber durchweg guten Straßen durchs „Ländchen“.

Auch die Verpflegung auf der Strecke beim Schleck Gran Fondo ist erwähnenswert, besonders die (flämische?) Reistarte hatte es mir angetan.

Also backen können die Luxemburger!

Radfahren natürlich auch, wobei wohl die Mehrzahl der Teilnehmer wohl aus Belgien und den Niederlanden kam und diese anscheinend schon tausend(e) km mehr in den Beinen 2022 hatten als wir.

Zu der gewählten Renn-Kategorie „Leisure Ride“ passend, haben wir zwei der vier(?) Verpflegungsstationen angefahren und uns hier auch eine kurze Pause gegönnt.

Sehr gute Verpflegungsstellen

Angeboten wurden hier alles was man so braucht: Wasser, Iso, Energy Drinks und natürlich auch feste Nahrung: Baguette, Croissants, Riegel und Kuchen.   

Nach 5h 20min, 155km und 2000hm waren wir zurück in Mondorf, um gemeinsam über die Ziellinie zu rollen.

Der Bereich um Start/Ziel hatte sich in ein kleines Volksfest verwandelt:

Volksfeststimmung im Ziel

Radsportverrückte, Finisher aber auch Familien mit Kindern genossen den sonnigen Samstag und die gute Stimmung.

Dazu Musik, gutes Essen und für uns ein wohlverdientes „Bofferding“ (Bier).


Fazit des Schleck Gran Fondo

Im Allgemeinen muss man sagen, top Organisation beim Schleck Gran Fondo, sehr gute professionelle Sicherung der Strecke, die aber nicht über die gesamte Distanz für den Verkehr gesperrt war.

Dies war aber kein wirkliches Problem.

Allein aufgrund der Streckenführung (Konzentration auf wenig befahrene Straßen) hielt sich der Verkehr sehr in Grenzen und auch die radsportverliebten Luxemburger glänzten durch absolute Rücksichtnahme. 

Für das Event im kommenden Jahr am 03. Juni 2023 laufen die Anmeldungen bereits wieder, ich bin schon angemeldet und freue mich aufs kommende Jahr – inklusive Warm-up!

Hier der Link zur Website: https://schleck-x-perience.com/granfondo   

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