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Tour de France 22: Unsere essentielle Vorschau – Etappen, Favoriten & Co.

by Daniel

Endlich ist es wieder soweit – die Tour de France geht los!

Das größte Sportevent, welches auf einer jährlichen Basis stattfindet, steht unmittelbar vor der Tür!

1.7.-24.7.2022

Dabei verspricht die diesjährige Ausgabe der Tour de France besonders spektakulär zu werden:

Über eine knackige erste Woche mit einigen potentiellen Fallstricken, frühe Bergankünfte und ikonische Streckenabschnitte führt der Kurs nach Paris. 

Wir zeigen euch heute kurz und kompakt die Route, benennen offensichtliche Favoriten und geben auch unsere eigenen Prognosen ab!

Tour de France 2022 – unsere Vorschau von A-Z

Von Laurin Krohn (@krohnlaurin)

Tour de France 2022

Die Route

Kurz und knapp: 

  • 21 Etappen, ca. 3330 km, Etappen 1-3 in Dänemark 
  • Großer Hauptfokus der Tour liegt im Südosten Frankreichs 
  • Knifflige erste Woche mit potentiellen Windkanten und Kopfsteinpflaster
  • Frühe erste harte Bergankunft
  • Wenig Chancen für die Sprinter
  • Letzte Woche führt durch die Pyrenäen
  • Entscheidung des Gesamtklassements erst am vorletzten Tag beim 40 km langen Einzelzeitfahren gut möglich

In Zahlen bedeutet das zusammengefasst:

  • 6 Bergetappen
  • 5 Bergankünfte
  • 7 Hügelige Etappen mit 18 km Kopfsteinpflaster
  • 6 Flachetappen
  • 2 Einzelzeitfahren

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Grand Depart in Kopenhagen

Dieses Jahr findet der Grand Depart in Dänemark, Kopenhagen, statt. Eigentlich sollte es schon im Vorjahr soweit sein.

Doch durch die Terminüberschneidung mit der Fußball-EM, die dort auch zu gleichen Zeit stattfand, musste es um eine Ausgabe nach hinten verschoben werden.

Sei es drum, die erste Woche verspricht spektakulär zu werden! 

Direkt zu Beginn findet in Kopenhagen ein 13,2 km langes Einzelzeitfahren statt. Keine schlechte Idee. So haben andere Fahrer eine Chance auf das gelbe Trikot.

Möglicher positiver Nebeneffekt: Die erste große Rangelei um das Führungstrikot findet unter deutlich risikoärmeren Bedingungen statt. Pure Watt und nicht der Ellenbogen werden den Ausschlag geben.

Der Gewinner hat gute Chancen das Trikot lange tragen zu können. Wer das werden könnte, siehe unsere Schätzungen weiter unten.

Action verspricht direkt der Tag darauf.

Kniffliges Finale bei Etappe 2

Auf dem Papier ist es eine klassische Sprintetappe, es wartet aber ein kniffliges Finale. Mit der 18 km lange Storebaelt-Brücke wird 20 km vor dem Ziel ein Brücke überfahren, die so exponiert in der Ostsee steht, dass man einfach mit starken Wind rechnen muss.

Ein taktisch herausfordernder Tag! 

Tags darauf ist die Sprintankunft in Sønderborg 45km von Flensburg entfernt. Diese Gelegenheit sollte man sich als Norddeutscher nicht entgehen lassen! 

Danach geht es mit Hügeletappen im Norden Frankreichs weiter.

Highlight: Etappe 5 mit Kopfsteinpflaster

Absolute Einschaltpflicht ist dabei die 5. Etappe mit 11 Kopfsteinpflasterpassagen – viele wurden von den Profis noch nie befahren!

Zielankunft ist 500m vor dem gefürchteten Wald von Arenberg, bekannt aus Paris-Roubaix

Werden bist dort die Etappenjäger auf ihre Kosten kommen, so ist Etappe 7 ein erster Schauplatz für die Gesamtsiegaspiranten.

Mit der Bergankunft an der knüppelharten “La Super Planche des Belles Filles” wird das Klassement ordentlich durchgewirbelt werden.

Eine Vorentscheidung wird es aber nicht geben, dafür ist die gesamte Etappe nicht zu fordernd. 

Dies ist aber an Tag 11 der Fall.

Highlight: Etappe 11

Nach dem zweiten Ruhetag müssen Anstiege wie Col du Telegraphe, Col du Galibier und Col du Granon Serre Chevalier bewältigt werden.

Ein wahrer Kraftakt.

Mit nur 150 km ist die Etappe nicht zu lang, die Intensität dürfte dafür hoch sein. Schlecht für angeknockte Fahrer, die ums Überleben kämpfen. Gut für Bergziegen, die die entsprechende W/kg haben. 

Ähnlich ist auch Etappe 17, die mit 130 km extrem kurz ist, aber über 3300 hm beinhaltet – verteilt auf 4 Anstiege in der zweiten Tageshälfte. 

Allgemein ist genau dieser Trend zu erkennen. Getreu dem Motto: “In der Kürze liegt die Würze” haben sich die Organisatoren eine sehr abwechslungsreiche und mit Höhenmetern gespickte Strecke ausgedacht. 

Etappe 18 absolutes Highlight!

Tags darauf steht dann der finale Showdown der Tour an.

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Mit dem Hautacam (13,6km – 7,8%) wartet ein Anstieg der HC-Kategorie.

Brutaler wird es nicht mehr, denn vorher müssen mit dem Col d´Aubisque (16,4 km – 7,1%) und dem Col de Spandelles (10,3 km – 8,3%) zwei richtige Bretter bewältigt werden.

Es ist die letzte bergige Chance, etwas im Klassement zu versuchen. Kommt es zum Einbruch des Gesamtführenden, oder wird es eine erneute Machtdemonstration geben?

Spannend werden dort die verschiedenen Teamtaktiken sein:

Eine starke Mannschaft vom Typ Jumbo-Visma oder Ineos kann schon am Col de Spandelles ein Bergzeitfahren veranstalten, sodass dann vom Kapitän am letzten Anstieg nur noch abgeliefert werden muss.

Soweit die Theorie… .

Etappe 20: 40 km langes EZF!

Die 20. Etappe ist ein 40 km lange Einzelzeitfahren. Spezialisten wie Ganna und Co. können sich noch einmal zeigen. Im Klassement können auch noch Sekunden, bzw. Minuten gewonnen oder verloren werden!


** Lesetipp: Was verdienen eigentlich Radprofis? Wir haben den Vergleich gemacht zwischen Millionären und niedrigen Einstiegsgehältern! **

Die Favoriten der Tour de France 22

Gesamtklassement 

Im Gesamtklassement führt eigentlich kein Weg an dem Wunderkind Tadej Pogacar vorbei.

Der 66 kg leichte Klassementfahrer ist auch dieses Jahr in einer herausragenden Form und hat zuletzt sein Heimrennen, die Slowenienrundfahrt, dominant gewonnen.

Das musst dir mal auf der Zunge zergehen lassen: Gesamtsieg, Sieg der Sprintwertung, Zweiter in der Bergwertung.

Vier Top-3 Ergebnisse in der Tageswertung, davon zwei Tagessiege, sprechen für sich.

Kurios: Mit seinem Edelhelfer Rafal Maika fuhr er am vierten Tag alles in Grund und Boden. Den zweiten Platz belegte er nur, weil er im Spiel „Schere, Stein, Papier“ gegen Maika verloren hat.  

Lennard Kämna
Lennard Kämna: Sorgt er für die ein oder andere Überraschung? (Bild aus 2019)

Team Jumbo-Visma (Roglic, Vingegaard)

Wer ihm gefährlich nahe kommen kann, ist das Duo von Jumbo-Visma. Sowohl Primoz Roglic als auch Jonas Vingegaard präsentierten sich beim Tour-Vorbereitungsrennen, dem Criterium du Dauphine, in herausragender Form.

In Erinnerung ist die Abschlussetappe geblieben, bei der sich die beiden im Schlussanstieg abgesetzt haben und gemeinsam über die Ziellinie gerollt sind.

Ein ähnliches Bild wie bei Pogacar und Maika!

In der Tiefe ist Jumbo-Visma aus meiner Sicht sogar besser aufgestellt. Taktisch kann man also einiges erwarten!

Team Ineos (Geraint Thomas)

Unerwähnt darf auch Ineos natürlich nicht bleiben.

Der Kapitän Gerant Thomas ist dieses Jahr wieder in Form und bestach zuletzt bei der Tour de Suisse mit einer konstant guten Performance und holte sich dort mit einer bockstarken Zeitfahrleistung die Gesamtwertung.

Sollte er vor dem zweiten Einzelzeitfahren in einer guten Position liegen so ist ihm zuzutrauen, dass er den anderen Fahrern davon fährt.

Nicht umsonst hat Pinarello, der Radsponsor des Teams, ein neues Zeitfahrrad herausgebracht.

Das Team um ihn herum ist mit Fahrern wie z.B. Pidcock, Yates und Co. keine Dorftruppe.

Fazit: Auf Ineos muss man ein Auge haben!

Wer sind die Favoriten im erweiterten Kreis? 

Zu nennen sind Fahrer wie Ben O´Connor (AG2R Citröen), Enric Mas (Movistar), David Gaudu und Thibaut Pinot (Groupama – FDJ), Rigoberto Uran (EF Education First – Easy Post), Nairo Quintana (Arkea Samsic) oder Romain Bardet (Team DSM).

Jeder von den genannten hatte in der ersten Saisonhälfte seine Lichtblicke – aber auch Negativmomente. Es bleibt abzuwarten, ob der ein oder andere die Schwergewichte unter Druck setzen kann. 


Favoriten für das Grüne Trikot

Setzt man hier auf reine Sprinter wie Dylan Groenewegen (Team BikeExchange – Jayco) und Caleb Ewan (Lotto Soudal), oder auf die Alleskönner wie Wout van Aert (Jumbo – Visma) und Mathieu van der Poel (Alpecin Fenix)?

Eine vermeintlich schwierige Frage, da dieses Jahr die Sprintetappen rar gesät sind und jeder Versuch bestmöglich sitzen muss.

Realistisch ist auch das Szenario, dass die Zwischensprint-Wertungen härter wie sonst ausgefahren werden. Schaffen es die Alleskönner auf schwereren Etappen in Außreissergruppen, dann wird es für die reinen Sprinter schwierig.

Muss aber z.B. ein Wout van Aert den Team-Kapitän bestmöglich unterstützen, dann entsteht ein Interessenkonflikt und ein reinrassiger Sprinter mit vielen sehr guten Platzierungen auf den richtigen Etappen kann sein Chance ergreifen. 

Schlussendlich kann man Folgendes festhalten:

Vieles ist vorab Spekulation und innerhalb der kommenden drei Wochen kann extrem viel passieren. Es wird definitiv zu Wendungen kommen, die wir nicht auf dem Zettel haben werden.

Aber genau das macht die Tour aus! Einschalten wird sich lohnen. 

Vive le Tour!
Euer Laurin!


Zugabe:
Unsere Prognosen

Das sind unsere Prognosen! 

Nehmt manche Prognosen mit einem kleinen Augenzwinkern. Bei dem ein oder anderen hat eher das Herz entschieden.

Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

PhilippDanielKennyTerenceRalfAntonLaurin
Sieger Etappe 1Filippo GannaGeraint ThomasMattia CattaneoStefan KüngFilippo GannaFilippo GannaStefan Bissegger
TDF SiegerPrimoz RoglicGeraint ThomasPogacarPrimoz RoglicJonas VingegaardJonas VingegaardPrimoz Roglic
Grünes Trikot SiegerMichael MatthewsDanny van PoppelMathieu van der PoelMathieu van der PoelMathieu van der PoelWout van AertFabio Jakobsen
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