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Was verdienen eigentlich Radprofis? Ein Vergleich von Millionären und Gehältern auf Einzelhandelsniveau!

by Daniel

Wer viel und hart arbeitet, der soll gutes Geld verdienen. Wer als Profisportler für 10 bis 15 Jahre nichts anderes tut als seinen Körper zu schinden, der sollte im Idealfall im Anschluss an seine Karriere – die Gesundheit ist meist in Mitleidenschaft gezogen – keine Existenzsorgen mehr haben. Schaut man sich die Gehälter der Profis bei der Tour de France an, trifft das nur auf die wenigsten Fahrer zu. Frederik Böna fand per umfassender Recherche heraus, dass nach aktuellen Infos & Schätzungen lediglich die Topstars der Szene über echten Wohlstand verfügen und sich keine Gedanken über das “Was kommt danach?” machen müssen.

Gehälter der Radprofis

Von Frederik Böna

Das ist echt nicht viel!

38.115 Euro – so viel beträgt der Mindestlohn, der einem Radprofi jährlich als Minimum bezahlt werden muss. 

Kaum zu glauben, angesichts der Tatsache, dass der professionelle Radsport womöglich die härteste und zeitaufwendigste Sportart überhaupt darstellt. 

Übersicht der Gehälter im Profiradsport

Hinzu kommt, dass der Mindestlohn von 38.115 Euro lediglich für Radprofis der WorldTour-Teams gilt, also der allerhöchsten Liga des professionellen Radsports. 

Fahrer der Pro-Continental-Teams, der zweiten Liga des Radsports, müssen sogar lediglich 30.855 Euro Mindestgehalt bekommen. 

Neoprofis in der WorldTour, also Fahrer, die zum ersten Mal in der höchsten Liga des Radsports mitfahren, müssen sich mit nur 29.370 Euro zufrieden geben1.

Info: Alle Quellen findet ihr unten in der “Fußzeile” des Artikels. 

Ein Einzelhandelskaufmann verdient ähnlich wie ein Neoprofi

Zum Vergleich: Einzelhandelskaufleute (z.B. Verkäufer beim Discounter) verdienen laut einer Studie im Schnitt knapp 28.000€ im Jahr (siehe Link). 

Neoprofis, die zum ersten Mal in einem Pro-Continental-Team starten, müssen sich gar mit einem Mindestgehalt von 25.300 Euro zufrieden geben2.

Wie viel die Fahrer der WorldTour-Teams jedoch genau verdienen, lässt sich leider nur schwer sagen. 

Fahrer sind keine Angestellten sondern meist Subunternehmer der Teams

Denn viele Teams zählen die Fahrer in ihren Bilanzen nicht zu den offiziell Beschäftigten, deren Gehalt in der Bilanz angegeben werden müsste, sondern zu den sogenannten „Contractors“, also gewissermaßen Subunternehmern. 

Zwar muss angegeben werden, wie viel Geld des Jahresbudgets für diese „Contractors“ aufgebracht wird, allerdings nur als Gesamtsumme3

Tour de France
Peloton bei TDF 2016

[Krösus] 36,5 Mio. Budget einst für Team Sky

Von den 36,5 Millionen Euro Jahresbudgets des früheren Teams Sky lag diese Gesamtsumme bei rund 80%, wobei davon auszugehen ist, dass der größte Anteil hiervon auch tatsächlich für die Fahrer aufgebracht wurde4.

Letztendlich kann also nur geschätzt werden, was die meisten Fahrer verdienen und diese Schätzungen unterscheiden sich von Quelle zu Quelle teilweise gravierend.

Ich kann keine Garantie geben, dass die folgenden Zahlen auch tatsächlich der Realität entsprechen, aber ich habe versucht, aus verschiedenen Quellen verschiedener Sprachen die Informationen auszuwählen, über die insgesamt am ehesten Konsens herrscht und die mir selbst am realistischsten erscheinen.

Angenommen wird, dass die meisten Fahrer tatsächlich nicht oder nur unwesentlich mehr als den Mindestlohn bekommen. 

Einzig die Topstars um Sagan, Nibali & Co. verdienen richtig gut!

Lediglich die großen Stars der Teams bekommen deutlich mehr Gehalt.

Gerüchteweise soll beispielsweise ein Peter Sagan, die derzeit vermutlich schillerndste Persönlichkeit des Radsports, beim deutschen Team Bora-hansgrohe rund 6 Millionen Euro im Jahr verdienen. 

Damit wäre er aktuell nicht nur der bekannteste aktive Radprofi, sondern auch der bestbezahlte. 

9 Mio. für Lance Armstrong zu Beginn der Nuller

Von den etwa 9 Millionen Euro, die Lance Armstrong zu Beginn der 2000er Jahre auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei seinem Team US Postal verdiente, ist Sagan damit aber immer noch weit entfernt13

Übersicht der Gehälter der Radprofis
Spitzenverdiener Froome

Der viermalige Gewinner der Tour de France, Chris Froome, soll erstaunlicherweise etwas weniger als Peter Sagan verdienen und noch knapp unterhalb der 6-Millionen-Marke liegen. 

Nibali bei 5 Mio. Jahreseinkommen

Vincenzo Nibali folgt mit ebenfalls noch über 5 Millionen Euro Jahresgehalt. Ein Alberto Contador, der seine Karriere im Jahr 2017 beendete, verdiente zwischen 4 und 5 Millionen Euro jährlich. 

Geraint Thomas bei 1,5 Mio.

Der letztjährige Gewinner der Tour de France, Geraint Thomas, soll schätzungsweise ein Jahresgehalt knapp unter 1,5 Millionen Euro beziehen. 

Eigentlich fast schon absurd, dass der Gewinner des wichtigsten und größten Radrennens der Welt nicht einmal 2 Millionen Euro an Jahresgehalt bekommt. 

Vermutlich liegt das auch daran, dass Thomas bis vor kurzem noch hauptsächlich als Edelhelfer von Chris Froome zum Einsatz kam. 

Tour de France 2017

Sehr gute Gehälter für Ineos Edelhelfer

Die Edelhelfer des Team Ineos sollen nämlich im unteren siebenstelligen Millionenbereich liegen, wobei das Team Ineos sich hier deutlich von den anderen Teams unterscheidet und seinen Edelhelfern deutlich mehr Geld bezahlt als die anderen Teams. 

Fahrer wie beispielsweise Wout Poels oder Michal Kwiatkowski wären für weniger Gehalt allerdings nur schwer zu halten, was größtenteils daran liegt, dass diese Fahrer bei den meisten anderen Teams Kapitän wären, beim Team Ineos aber fast ausschließlich die Teamkapitäne Chris Froome, Geraint Thomas oder mittlerweile auch Egan Bernal unterstützen sollen.  

Würden sie weniger Gehalt verdienen, würden sie vermutlich sehr bald das Team wechseln, dann zwar weniger verdienen, dafür aber auf eigene Rechnung fahren können.

Grundsätzlich hängt das Jahresgehalt eines Fahrers ohnehin sehr stark von den finanziellen Möglichkeiten seines Teams ab und misst sich nicht ausschließlich mit den Qualitäten des Fahrers.

Zwischen 160.000-450.000€ für die meisten Helfer

Die meisten Helfer, die bei der Tour de France zum Einsatz kommen, verdienen zwischen 160.000 und 450.000 Euro. 

Insgesamt ist es für die meisten Radprofis nahezu unmöglich, eine Millionen Euro Jahresgehalt zu bekommen, ohne einen großen Sieg bei einem Klassiker wie beispielsweise Paris-Roubaix vorweisen zu können5.

Das durchschnittliche Jahresgehalt der WorldTour-Fahrer liegt gerade einmal bei geschätzten 270.000 Euro im Jahr. 

Selbst die französischen Nationalhelden Thomas Voeckler und Sylvain Chavanel, die beide ihre Karriere 2017 beendeten, verdienten lediglich rund 750.000 Euro6

Deutlich besseres Gehalt nach einem großen Sieg!

Gelingt allerdings ein besonders prestigeträchtiger Sieg, wirkt sich dieser sofort sehr deutlich auf das Jahresgehalt aus. 

Dabei spielt es finanziell eigentlich keine große Rolle, ob ein Fahrer die Tour de France gewinnt oder eines der Monumente wie Paris-Roubaix oder die Flandernrundfahrt

Selbst Fahrer, die größtenteils nur durch Etappensiege bei der Tour de France Berühmtheit erlangten, konnten diese dafür nutzen, um ein Millionengehalt zu beziehen. 

Topgehalt für Mark Cavendish mit ca. 3 Mio. Euro

Insbesondere für die Topsprinter stellt dies natürlich eine große Chance dar. 

Mark Cavendish als derjenige noch aktive Fahrer mit den meisten Etappensiegen bei der Tour de France, verdient beispielsweise etwas mehr als 3 Millionen Euro im Jahr. 

Kittels Rücktritt beachtlich bei dem Topgehalt

Ein ähnlich hohes Jahresgehalt bezahlte auch Katusha-Alpecin dem deutschen Sprinter und vierzehnmaligen Tour de France-Etappensieger Marcel Kittel, bevor beide Seiten im Frühjahr 2019 einvernehmlich den Vertrag auflösten7

Besonders bemerkenswert: Der französische Radprofi, der am meisten verdient, heißt nicht Romain Bardet oder Thibaut Pinot, sondern Nacer Bouhani, der der einzige französische Fahrer ist, der offenbar knapp über 1 Millionen Euro Jahresgehalt bezieht. 

Bardot und Pinot erreichen die 1 Mio. noch nicht

Romain Bardet und Thibaut Pinot, die französischen Hoffnungsträger auf das Gelbe Trikot bei der Tour de France, liegen anscheinend tatsächlich noch unterhalb der Millionen-Marke, was vor allem daran liegt, dass ihre beiden Teams Ag2R und Groupama-FDJ eher zu den kleineren und finanziell schwächeren Teams zählen8

Nacer Bouhanis Team Cofidis verfügt allerdings über noch weniger Geld. 

Womöglich ist Bouhani bei Cofidis mit großem Abstand der Topverdiener, während Pinots Groupama FDJ und Bardets Ag2R zur Unterstützung ihrer beiden besten Fahrer auch ein kostspieligeres Team zusammengestellt haben. 

Gehälter der Klassikerhelden wie Boonen oder Cancellara

Fabian Cancellara Flandernrundfahrt

Erfolgreiche Klassikerfahrer wie Tom Boonen oder Fabian Cancellara, die beide ihre Karriere inzwischen beendet haben, zählten mit etwa 1,5 Millionen Euro bzw. 2 Millionen Euro ebenfalls zu den Topverdienern9

„The 2 Mio. Club“ mit Quintana, Valverde, Dumoulin & Co.

Zu den weiteren Topverdienern des Radsports der Gegenwart gehören Nairo Quintana, Alejandro Valverede, Philippe Gilbert, Greg Van Avermaet, Fabio Aru, Tom Dumoulin und Richie Porte, die schätzungsweise alle auf etwa 2 Millionen Jahresgehalt kommen. 

Ebenso wie Pinot und Bardet iegen Schätzungen zufolge noch diese Topfahrer knapp unter der 1 Mio. Grenze: 

Quintana mit Kante

Alexandr Kristoff, Michael Matthews, Dan Martin, Rigoberto Uran, André Greipel, John Degenkolb, Tony Gallopin, Arnaud Demare und sehr wahrscheinlich sogar der in diesem Jahr nahezu alles dominierende Fahrer Julian Alaphilippe, der aktuell das gelbe Trikot der Tour de France trägt und mit seiner spektakulären Fahrweise viele Radsportfans begeistert. 

All die genannten Fahrer gehören aber trotzdem bereits zu den Topverdienern des professionellen Radsports10

Der Blick auf unsere Hoffnungen: Nils Politt & Lennard Kämna

Zwei der hoffnungsvollsten deutschen Talente im Profibereich, Nils Politt und Lennard Kämna, gehören dagegen noch nicht dazu. 

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Nils Politt ist nach seinen starken Auftritten bei den Frühjahrsklassikern 2018 und 2019 sowie bei der Deutschland-Tour im vergangenen Jahr allerdings auf dem besten Weg dahin. 

Grand Depart Düsseldorf
Politt bei TDF in 2017 in Düsseldorf

Ganz sicher: Gehalt von Nils Politt wird steigen!

Als Fahrer des relativ finanzstarken Teams Katusha-Alpecin schätze ich, dass er aktuell bereits etwa 500.000 Euro pro Jahr verdient, Tendenz weiter steigend. 

Da Politt einer der ganz wenigen Fahrer des Teams darstellt, der in der letzten Zeit starke Leistungen zeigte und damit auch seinen Marktwert mit Sicherheit deutlich steigerte, ist davon auszugehen, dass sich auch sein Gehalt spätestens nach einer Vertragsverlängerung oder dem Wechsel zu einem anderen Team deutlich erhöhen wird. 

Sollte es das Team Katusha-Alpecin ab der kommenden Saison nicht mehr geben, wonach es aktuell aussieht, wird Nils Politt definitiv keine Schwierigkeiten haben, einen neuen Arbeitgeber zu finden, der ihm voraussichtlich auch etwas mehr Gehalt bezahlen wird. 

Ich persönlich rechne, dass es bei Politt nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch er auf ein Jahresgehalt von etwa 1 Millionen Euro kommt.

Blick auf Lennard Kämna

Bei Lennard Kämna sieht es dagegen noch ein wenig anders aus. Kämna befindet sich derzeit erst in seiner dritten Saison als WorldTour-Fahrer. 

Bei seiner ersten Saison als WorldTour-Fahrer war Kämna gerade einmal 20 Jahre alt und damit der jüngste Fahrer der gesamten WorldTour. 

Seit Kämna im Jahr 2014 Junioren-Weltmeister im Einzelzeitfahren wurde, gilt er angesichts der Tatsache, dass er auch ein sehr guter Bergfahrer ist, als neue deutsche Hoffnung für das Gesamtklassement der Tour de France. 

Sein früher Wechsel zum deutschen Team Sunweb, das ihn in Ruhe aufbauen und entwickeln wollte, und nach wie vor will, erschien daher folgerichtig und naheliegend. 

Lennard Kämna
Fotoshoot mit Kämna Anfang 2017 für unser Interview

Kämnas großes Talent dürfte sich auf Gehaltscheck auswirken

In seiner ersten Saison in der WorldTour 2017 ließ er auch bereits sein großes Talent immer wieder aufblitzen. In der Saison 2018 hatte er dann aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die schließlich dazu führten, dass er eine längere Rennpause einlegte. 

In der Saison 2019 hat Kämna bisher zwar noch keine Erfolge vorzuweisen, zeigt allerdings immer wieder sehr solide Leistungen und nimmt aktuell auch zum ersten Mal an der Tour de France teil – bisher durchaus erfolgreich, jedenfalls setzt er sich bisher als Helfer auf den Flachetappen für seinen Kapitän Michael Matthews immer wieder positiv in Szene. 

Sein aktuelles Gehalt lässt sich nur schwer einschätzen. 

Vermutlich größere Nachfrage für Kämna

Als eines der großen Talente des Radsports für dreiwöchige Rundfahrten musste Sunweb Kämna vermutlich ein deutlich höheres Einstiegsgehalt zahlen als den vorgeschriebenen Mindestlohn von 29.370 Euro für Neoprofis in der WordlTour. 

Kämna hatte mit Sicherheit mehrere Angebote verschiedener Teams vorliegen, die ihn gerne unter Vertrag genommen hätten. 

Auch wenn Sunweb als deutsches Team einen Fokus auf der Ausbildung junger Fahrer hat, hatte Kämnas Entscheidung für Sunweb mit Sicherheit zumindest auch teilweise finanzielle Gründe. 

Ich persönlich gehe davon aus, dass Kämna bereits als Neoprofi 2017 ein Gehalt von knapp 100.000 Euro von seinem Team Sunweb bezahlt bekam. 

Aufgrund seiner guten Platzierungen 2017 wurde mit der Vertragsverlängerung im Frühjahr 2018 dieses Gehalt mit Sicherheit noch einmal deutlich angehoben. 

Ich vermute, dass Kämna aktuell auf ein Jahresgehalt zwischen 150.000 und 200.000 Euro kommt.

Fazit: Wirklich reich werden nur die wenigsten

Reich werden mit dem Radsport also nur die allerwenigsten und besonders erfolgreichen Fahrer. 

Im Vergleich zu den horrenden Summen, die inzwischen in einigen anderen Sportarten wie Fußball, Formel 1 oder dem US-Basketball gezahlt werden und dem Trainingsaufwand, den Radprofis betreiben müssen, um konkurrenzfähig zu sein, ist es fast schon erschreckend, wie wenig Geld die große Mehrheit der Radprofis verdient.

Neben ihrem Gehalt haben die Fahrer zwar die Möglichkeit, sich durch Prämien Geld hinzuverdienen zu können, doch selbst durch diese Prämien kann eigentlich kaum jemand Vermögen anhäufen, um eine sorgenfreie Zeit nach der Karriere zu haben. 

Prämien bei der Tour de France

Zeitmessung der TDF
Prämien für Etappensiege & Co.

Die meisten und höchsten Prämien winken den Fahrern bei der Tour de France, dem nach den Olympischen Spielen und der Fußballweltmeisterschaft der Männer größten Sportereignis der Welt bzw. sogar dem größten überhaupt, wenn man nur die jährlich stattfindenden Sportveranstaltungen miteinander vergleicht. 

Insgesamt rund 2,3 Millionen an Siegprämien werden bei der Tour de France inzwischen ausgeschüttet, Tendenz jedes Jahr ein wenig steigend11

500.000€ für den Gewinner der Tour de France

Der Gewinner der Tour de France und damit der Sieger des Gelben Trikots erhält mit 500.000 Euro den größten Anteil hiervon. 

Der Zweitplatzierte bekommt 200.000 Euro, der Drittplatzierte immerhin noch 100.000 Euro. 

Bis zu Platz 20 werden die Prämien schrittweise weiter reduziert. Doch allein das Ankommen in Paris und das erfolgreiche Beenden der Tour wird bereits finanziell belohnt. 

Ab Platz 20: 1.000€ für die Strapazen

Ab Platz 20 erhält jeder Fahrer als Anerkennung für die dreiwöchigen Strapazen 1.000 Euro.

Für einen einzelnen Tag im gelben Trikot gibt es aktuell 500 Euro.

Der Sieger der Bergwertung und der Sieger der Sprintwertung erhalten jeweils 25.000 Euro. Bis zum achten Platz gibt es in diesen beiden Wertungen noch Prämien, wobei der Achtplatzierte noch 2.000 Euro bekommt. 

Ein Tag in gelb: 500€ – in grün: 250€

Für einen Tag im grünen Trikot des besten Sprinters bzw. für einen Tag im gepunkteten Trikot des besten Bergfahrers erhält man 250 Euro. 

Für Zwischensprints sowie für die Bergwertungen im Verlauf einer Etappe gibt es ebenfalls Preisgelder von bis zu 1.500 Euro. 

Der erste Fahrer auf dem Col d’Iseran während der 19. Etappe, dem höchsten Punkt der Tour de France 2019, wird zudem mit dem nach dem Gründer und ersten Chef der Tour de France bezeichneten „Souvenir Henri Desgrange“ ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist. 

Einzelne Prämien sorgen für Anreize bei den Etappen

Mit ebenfalls 5.000 Euro ist das „Souvenir Jacques Goddet“ dotiert, das nach dem Nachfolger von Desgranges benannt ist und das immer der erste Fahrer auf dem Col du Tourmalet erhält bzw. einem anderen Berg in den Pyrenäen, wenn der Tourmalet kein Bestandteil der Tour-Strecke ist.

Der kämpferischste Fahrer der Tour erhält 20.000 Euro. 

Für die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer einer Etappe gibt es 2.000 Euro. Für einen Etappensieg gibt es 11.500 Euro, der Zweitplatzierte erhält 5.500 Euro, der Drittplatzierte 2.800 Euro. Bis zum zwanzigsten Platz, der mit 300 Euro dotiert ist, gibt es noch eine sich immer weiter reduzierende Prämie. 

Für das weiße Trikot erhält der Tagessieger jeweils 500 Euro, der Gesamtsieger 20.000 Euro.

Prämien gehen ans Team

In der Regel wandern diese Prämiengelder aber nicht auf das Konto des erfolgreichen Fahrers, sondern in die Teamkasse, deren Inhalt am Ende der Tour unter allen Beteiligten, Fahrern, Mechanikern, Physiotherapeuten usw. aufgeteilt wird. 

Bei einem nur wenig erfolgreichen Team bei der Tour de France bleibt damit für den einzelnen Fahrer am Ende kaum noch etwas übrig. 

Bei einem Team wie Sky in den letzten Jahren, dessen Fahrer ohnehin schon am meisten Gehalt verdienen, bekam aufgrund der zahlreichen Erfolge bei der Tour de France jeder Fahrer am Ende der Tour noch eine beachtliche Summe hinzu. 

Das Team, das die Teamwertung gewinnt, erhält noch dazu insgesamt 50.000 Euro. 

Für einen Tagessieg in der Teamwertung gibt es 2.800 Euro12.

Erfolg ist abhängig von den finanziellen Mitteln des Teams

Erfolgreiche Teams, die in der Regel ohnehin schon über viel Geld verfügen, werden so noch reicher, während die kleineren Teams und ihre Fahrer weiterhin mit relativ wenig Geld auskommen müssen.

Dass der Erfolg in erster Linie von den finanziellen Mitteln abhängt, stimmt also leider auch im Radsport, womöglich sogar deutlich mehr als in anderen Sportarten. 

Die Summen, um die es allerdings im professionellen Radsport geht, sind kaum vergleichbar mit denen einiger anderer Sportarten. 

Ob das gut oder schlecht ist, ist allerdings eine andere Frage.


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Fotos: Pixabay.com, Lars Wehrmann


Quellen (allesamt im Juli 2019 abgerufen):

1 https://www.youtube.com/watch?v=hEzCQqyDHmA
2 https://www.velomotion.de/magazin/2017/09/radsport-hoeherer-mindestlohn-fuer-radprofis/
3 https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/tour-de-france-was-verdienen-die-radfahrer-a-1220168.html
4 http://cycling.today/how-much-money-do-pro-cyclists-make/
5 https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/tour-de-france-was-verdienen-die-radfahrer-a-1220168.html
6 https://www.lesechos.fr/2014/07/les-vrais-salaires-des-coureurs-du-tour-de-france-306788
7 https://www.youtube.com/watch?v=hEzCQqyDHmA
8 https://www.francetvinfo.fr/sports/cyclisme/tour-de-france-quel-salaire-touchent-les-cyclistes_2278021.html
9 https://www.lesechos.fr/2014/07/les-vrais-salaires-des-coureurs-du-tour-de-france-306788
10 http://laflammerouge.com/le-salaire-des-pros-2/
11 https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/tour-de-france-was-verdienen-die-radfahrer-a-1220168.html
12 https://www.eurosport.de/radsport/tour-de-france/2018/tour-de-france-2018-reglement-und-pramien-etappensiege-bergwertungen-podium_sto1224550/story.shtml
13 https://m.tagesspiegel.de/sport/was-verdienen-radprofis-eigentlich/435014.html?fbclid=IwAR3F8Gk8T217NUfXABgp2pPo-95hD43an3aJtXyTzvk-Y6W8BZYbaMp3oUE

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