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Trainingsbeginn nach Corona Infektion? Laurin berichtet von seinen Erfahrungen

by Daniel

Liebe SpeedVille Community,

ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte:

“Es wird auch dich treffen!”

Vielleicht hat es dich ja auch schon getroffen, oder mindestens im engsten Freundeskreis kannst du von einem Fall berichten!

Du fragst dich worüber sabbelt der hier wieder? Ich ziele auf das, momentan sehr stark verbreitende, Coronavirus ab. 

Ganz wichtig: Hier wird es nicht um eine politische Stellung, oder Meinungsbeeinflussung gehen, sondern ich möchte das Thema mit einem Kommentar aus einer gesundheitlich-sportlichen Sicht als Coach angehen! 

Nachdem der Disclaimer gesetzt wurde kehr ich mal wieder zu dem Thema zurück.

Auch mich hat es – trotz meiner doppelten Impfung – erwischt.

Es fing an mit Halsschmerzen

Aufgrund der schon am Vorabend aufgetretenen Halsschmerzen ging ich mit einem unguten Gefühl ins Bett. Der am nächsten Morgen gemachte Bürgertest bestätigte die Befürchtung:

Auch Omikron hat nicht vor mir halt gemacht!

Ich war positiv (später durch einen PCR-Test bestätigt).

Statistisch war es abzusehen, steigen die Zahlen doch drastisch an. Zumal in einer Großstadt wie Köln der Kontakt mit Unbekannten nicht zu verhindern ist.

Trotzdem ist es kein schönes Gefühl, wenn die Situation eintritt. “Schließlich wird es mich doch niemals treffen können! Ich bin ja geimpft und im besten Alter” Ein Trugschluss… .

Nachdem die Rahmenbedingungen für die Isolation standen, hieß es sich so gut wie möglich schonen und auf einen milden Verlauf hoffen.

Dieser ist auch eingetreten, weswegen ich in dieser glücklichen Lage bin meine Gedanken so kurz danach mit euch zu teilen! 

Gedanken während der Isolation

Welche Gedanken werden es sein? 

Ich merkte während der siebentägigen Isolation doch sehr schnell wie verschiedene Aspekte an mir nagen.

Man kann aber auch hier einmal vorab festhalten:

Es gibt deutlich dramatischere Schicksäle und Folgen, die das Virus einzelnen Menschen – oder Familien – bescherte. Von daher sage ich mir immer:

Laurin, einmal locker durch die Hose atmen und nimm dich nicht wichtiger als du bist!”

Wie habe ich die Quarantäne und die damit verbundene Isolation verkraftet?

Gab es bestimmte sekundäre Aspekte, die ich sowohl auf der körperlichen Ebene, als auch auf der mentalen Ebene beachten musste, um nach der Isolationszeit einen fließenden Einstieg in mein (Trainings-) Alltag hinzubekommen? 

Auf der körperlichen Ebene lässt sich die ganz extreme Inaktivität hervorheben.

Logischerweise muss man dem Körper die Ruhe in solch einer Phase zugestehen, damit dieser genügend Reserven zur Virusbekämpfung hat.

Dennoch ist es “erschreckend” anzusehen wie das Aktivitätsniveau abfällt.

Glücklicherweise tracke ich 24/7 meine Gesundheitsdaten mit einer Smartwatch (siehe unsere Artikel zur Applewatch und der Garmin Fenix) und kann meine Aussage untermauern. 

Aktivitätsniveau
Aktivitätsniveau

Quelle: Garmin Connect

Hinweis: Vom 3.1 – 7.1 war eine Erholungsphase nach einem intensiven Mallorca-Urlaub mit Freunden angesagt. Ob dort ein asketisches Leben an der Tagesordnung stand, behalte ich mal für mich!

Rennrad Trainingslager Mallorca
es sind noch wenige Plätze frei für unser Bikecamp auf Mallorca ab 19.2.

Meine Quarantäne-Phase ging vom 17.1 – 24.1.!

Diese extreme Inaktivität ist bei solch einer kurzen Phase nicht gesundheitsgefährdend.

Dennoch sollte man sich dessen bewusst sein, ansonsten behält man die normale Kalorienzufuhr bei und fragt sich dann hinten raus, wieso der Spiegel wieder so fies zu einem ist!

Mein Prinzip war:

Nur dann essen, wenn ich mir die Frage, “Will ich jetzt aufgrund von Hunger oder Lust essen?”, mit Ersterem beantworten konnte.

So konnte ich Schlimmeres verhindern und nicht in unnötige Heißhungerattacken verfallen.

Ein weiterer aufgenommener Parameter ist die Ruheherzfrequenz.

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Diese kann in ausgewählten Situationen als ein guter Indikator für körperliches Unwohlsein herangezogen werden. Die Auswertung meiner Daten zeigte jedoch keine signifikant “schlechtere” Ruheherzfrequenz an. 

Ruhepuls
Ruhepuls

Quelle: Garmin Connect

Hinweis: Hier sieht man den Zeitraum vom 14.1 bis 26.1., die Quarantäne war von Dienstag bis Dienstag.

Geburtstagsfeier eines Freundes am Sa. – hier ging alles los

Interessant ist die Ruheherzfrequenz am ersten angezeigten Samstag, dort wurde im Rahmen einer 2G+ Veranstaltung der Geburtstag eines guten Freundes gefeiert.

Dazu zwei – mehr oder weniger – rhetorische Fragen: Kann man anhand der Herzfrequenz sehen, dass übermäßig Alkohol konsumiert wurde? Habe ich mich dort vielleicht angesteckt?

Hier lässt sich also zusammenfassend sagen, dass meine Ruheherzfrequenz sogar unerwartet in die gegenläufige – vermeintlich positivere – Richtung gewandert ist.

Ruhepuls blieb niedrig

Anscheinend hat mein Körper nicht viele Ressourcen zur Virusbekämpfung aufwenden müssen, und der Effekt des körperlichen Winterschlafs überwiegte.

Viele würden hier vielleicht aufhören, es gibt aber noch einen gesundheitlichen Aspekt, der wirklich wesentlich ist und auch im Alltag immer aktiv “analysiert” werden sollte, nämlich die mentale Gesundheit!

Zur Einordnung, ich wohne komplett alleine und war dementsprechend 7 Tage lang ohne wirklichen physischen Kontakt mit Menschen. 

7 Tage keinen Kontakt zu irgendwem

Hier habe ich auch gemerkt, dass der Mensch einfach nicht für die Einsamkeit gemacht wurde. 

Geht man nach den drei Aspekten der Selbstbestimmungstheorie nach Richard M. Ryan und Edward L. Deci, so sind die drei Grundbedürfnisse des Menschen Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie.

Diese drei Schlagwörter besitzen selbstverständlich eine wissenschaftliche Definition, jedoch empfinde ich es auch als wichtig sich eigenständige Definitionen zurechtzulegen.

Kompetenz

Dröseln wir mal die einzelnen Punkte auf. Für mich kann ich sagen, dass ich den Aspekt der Kompetenz auch in dieser Zeit erfüllt habe. Ich war ja nicht geistig eingeschränkt und konnte mich beschäftigen. 

Soziale Eingebundenheit

Ein bisschen anders sah es schon mit der sozialen Eingebundenheit aus. Ich bin in der glücklichen Lage in einem hervorragenden Freundeskreis zu sein.

Dementsprechend wurden viele Telefonate geführt, welche wirklich sehr hilfreich waren, um nicht das Gefühl zu entwickeln, dass ich vergessen werde! 

Dennoch ist es was anderes immer aus der Ferne in Kontakt zu sein. Telefonate oder Video-calls sind eben nicht das gleiche wie ein wirklich physisches Treffen! Dieser Punkt war wirklich schwer in der Zeit. 

Autonomie

Noch schwerer war die Autonomie, die war durch die Quarantäne-Regel natürlich nicht vorhanden. Wichtig: Ich empfinde die Quarantäne als wichtig und wissenschaftlich richtig! 

Hier war es essentiell, sich immer wieder den Gedanken vom Anfang einzuprägen: “Laurin, einmal locker durch die Hose atmen und nimm dich nicht wichtiger als du bist!”

Komm ich nun zu dem letzten Punkt, den ich gerne teilen möchte. Die Sportaufnahme nach meiner Quarantäne. 

Trainingsbeginn nach der Quarantäne

Auch hier wieder der Disclaimer:

Der Krankheitsverlauf ist extrem unterschiedlich und dementsprechend sollte man das Folgende nicht 1 zu 1 übernehmen.

Kontaktiere einen Arzt und lass dich idealerweise vor der Wiederaufnahme deiner sportlichen Tätigkeiten durchchecken! 

Wie sah meine Strategie aus?

Ganz wichtig: Ich höre penibel auf meinen Körper und starte wirklich mit minimalsten Reizen, um mögliche Probleme nicht noch größer zu machen.

Konkret bin ich beim Radfahren mit 30min L1 bei 50% der FTP gestartet und habe täglich 15 min draufgelegt. Intensität blieb gleich.

In diesem Intensitätsbereich halte ich mich immer noch auf und werden mindestens bis zum 10 Tag Post-Quarantäne nicht länger als 2h fahren und auch nicht härter als L2 bei 60-65%.

Beim Krafttraining arbeite ich erstmal im Kraftausdauerbereich und ohne Pressatmung, um das Nervensystem nicht zu überfordern und auch keine überharten Belastungsspitzen zu setzen.

Sportmedizinische Untersuchung, um auf Nummer sicher zu gehen

Des Weiteren strebe ich auch noch eine sportmedizinische Untersuchung an, um nochmal einen Experten von außen auf meine Vitalparameter schauen zu lassen. (Ist die Untersuchung gewesen, findest du hier ein Update) Sicher ist sicher!

Auch wenn ich augenscheinlich mit milden Symptomen und ohne Nachwirkungen das Virus überstanden habe!

Ich hoffe ich konnte dir einen guten Einblick liefern und eventuell weiterhelfen!

Wie gesagt: Ich möchte hier nicht mit Studien um mich werfen, sondern dir einen realistischen Einblick liefern, welcher natürlich durch und durch subjektiv ist! 

Interessiert dich eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu diesem Thema?

Dann lass es uns wissen! 

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