700 Gramm weniger am Berg: Anton im Tech-Talk über die BikeBeat „Maßstab SL“

by Daniel

Beim SuperGiro Dolomiti hat unser Athlet Anton (guidete auch im Mallorca Bikecamp!) ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und sich den Platz 14 in der Gesamtwertung geschnappt (siehe Rennbericht!).

Wer die über 5.000 Höhenmeter des „Alpen-Monsters“ kennt, weiß: Jedes Gramm am Berg tut weh. Anton war bei diesem Härtetest mit einem besonderen Setup unterwegs: Den Maßstab SL Disc-Laufrädern (ca. 1.040 g für den Satz) vom deutschen Hersteller BikeBeat.

Wir wollten von ihm wissen, wie sich die extrem leichten Carbon-Laufräder in der Praxis schlagen, wo die Grenzen liegen und ob sich die Dinger auch im Alltag lohnen.

Hand aufs Herz – hier ist das Tech-Q&A mit Anton.

Sehr leichte Laufräder (1.040 g) für alle, die bei Radmarathons starten wollen
Sehr leichte Laufräder von BikeBeat

#1 Der Härtetest in den Alpen: Jedes Gramm zählt

SpeedVille (SPVL): Anton, du bist die Maßstab SL Laufräder beim SuperGiro Dolomiti gefahren – ein absolutes Monster mit über 5.000 Höhenmetern. Bergauf zählt jedes Gramm, bergab absolute Präzision. Wie haben sich die Laufräder angefühlt?

Der Wechsel von meinem gewohnten DT Swiss ARC 1400 auf die Maßstab SL hat mir auf einen Schlag eine Gewichtsersparnis von über 700 Gramm eingebracht. Die Laufräder beschleunigen extrem spritzig.

Auch in den schnellen Abfahrten hatte ich durchgehend ein sehr sicheres Gefühl. Was mir besonders positiv aufgefallen ist: Durch die vergleichsweise niedrige Felgenhöhe hatte ich selbst bei Highspeed-Passagen keinerlei Probleme mit Seitenwind. 

#2 Steifigkeit im Wiegetritt vs. Komfort auf ruppigem Asphalt

SPVL: Wir wissen, du bringst ordentlich Watt aufs Pedal (siehe unser Video von der Leistungsdiagnostik). Viele extrem leichte Carbon-Laufräder sind am Berg zwar super, verwinden sich aber im harten Antritt oder fühlen sich bei extremen Kurvenlagen schwammig an. Wie steht es um die Seitensteifigkeit der Maßstab SL? Und bleibt bei der ganzen Steifigkeit noch Restkomfort für ruppigen Asphalt?

Ich hatte trotz des sehr geringen Gewichts der Laufräder zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, irgendwo an Steifigkeit einzubüßen. Wenn man im Wiegetritt Druck auf das Pedal bringt, wird die Kraft direkt in Vortrieb umgesetzt. Auch in engen Kehren oder bei extremeren Kurvenlagen in den Abfahrten kam nie ein unsicheres oder schwammiges Gefühl auf. Durch die breite Innenmaulweite bauen die Reifen spürbar breiter auf, als man es von älteren Felgentypen kennt. Das sorgt nicht nur für ein größeres Reifenvolumen und damit für spürbaren Komfort auf ruppigem Asphalt, sondern generiert in den Kurven spürbar mehr Grip und Vertrauen.

Erfahrungen mit dem Bikebeat Maßstab SL Disc

Keine Panik bei 80 km/h: Das Handling bei Seitenwind

SPVL: In den Bergen – und auch im Alltag – hat man oft mit fiesen, unberechenbaren Böen zu kämpfen. Wie nervös wird das Felgenprofil der Maßstab SL, wenn dir bei 80 km/h in der Abfahrt plötzlich der Seitenwind reindrückt? 

Die Laufräder fahren sich sehr stabil. Selbst bei sehr schnellen Abfahrten mit Geschwindigkeiten von weit über 80 km/h kam bei mir nie ein Gefühl der Unsicherheit oder Nervosität auf.

Tech-Talk: Das Reifen-Setup und Gravel-Optionen

SPVL: „Tech-Talk: Welche Reifenbreite fährst du auf den Felgen und wie lief das Setup? Bist du tubeless unterwegs? Hattest du die Reifen schon mal montieren müssen oder noch nicht?

Ich habe mich für eine Kombination aus 28 mm breiten Continental GP 5000 Reifen und TPU-Schläuchen (siehe unsere Übersicht der besten Schläuche!) entschieden. Die Wahl fiel ganz bewusst auf die 28-mm-Variante, da diese im Vergleich zu breiteren Reifen ein paar Gramm leichter sind. Die Felge selbst ist aber so konstruiert, dass man problemlos auch deutlich breitere Reifen aufziehen könnte.

Die maximal zugelassene Reifenbreite sind 50mm. Damit könnte man den Laufradsatz theoretisch auch für sein Gravel Bike nutzen. Bei den Schläuchen habe ich mich ebenfalls aus Gründen der Gewichtsersparnis für TPU und gegen Tubeless entschieden. Wenn ich allerdings gerade kein spezifisches Bergrennen fahre, wäre ein Tubeless-Setup aufgrund des deutlich besseren Pannenschutzes meine erste Wahl. Die Montage der Reifen war problemlos möglich und funktioniert auch ohne Reifenheber.

Leistungsdiagnostik bei Anton (alle Infos & Details hier!)

Wo gibt es Luft nach oben?

SPVL: Transparenz ist wichtig: BikeBeat hat dir die Laufräder für den Test gestellt. Wenn du dein eigenes, hart verdientes Geld dafür auf den Tisch hättest legen müssen – wärst du restlos glücklich? Hand aufs Herz: Was nervt dich an den Dingern oder wo siehst du noch Luft nach oben?

Ich bin insgesamt wirklich sehr überzeugt von den Laufrädern. Für das, was ich bei den absolvierten Radmarathons SuperGiro Dolomiti Pl. 14 und Mondsee RM Pl. 21) gebraucht habe, waren sie die absolut richtige Wahl und haben genau das abgeliefert, was sie versprechen. Wenn ich mir allerdings für meinen persönlichen Einsatzbereich einen neuen Laufradsatz von meinem eigenen Geld kaufen würde, würde ich zu einer etwas tieferen Felge greifen.

Der für mich optimale All-in-One-Laufradsatz wäre wahrscheinlich der “Maßstab Evo Disc Hyperlight Carbon” (BikeBeat Maßstab EVO HyperLight Carbon DISC 45mm – 970 Gramm ).

Dieser Laufradsatz  bringt zum einen eine aerodynamische, 45 mm tiefe Felge mit, bleibt aber gleichzeitig bei einem extrem niedrigen Gewicht von gerade einmal 970 Gramm.

Das wäre für mich das perfekte Gesamtpaket: Damit könnte ich im flachen Münsterland die aerodynamischen Vorteile ausnützen und müsste bei den anstehenden Radmarathons (siehe Übersicht der besten Rennen & Radmarathons!) keine Abstriche beim Gewicht machen.

28 mm breiten Continental GP 5000 Reifen auf dem BikeBeat montiert
28 mm Conti Reifen montiert

Fazit: Reines Berg-Nischenprodukt oder cooler Allrounder?

SPVL: Für wen ist der Maßstab SL Disc deiner Meinung nach der perfekte Laufradsatz? Ist das ein reines Nischenprodukt für Bergflöhe und Alpen-Marathons, oder taugt der Satz auch als Allrounder, wenn man in der Ebene einfach mal ballern will?

„Der Maßstab SL Disc richtet sich ganz klar an Fahrer, die das absolute Maximum in Sachen Gewichtsersparnis aus ihrem Bike herausholen wollen. Wer primär Radmarathons fährt oder extrem viele Höhenmeter sammelt, findet hier den perfekten Laufradsatz. Doch auch im Flachen lässt sich der Laufradsatz wirklich gut fahren und könnte auch für Personen, die häufiger Probleme mit starkem Seitenwind haben, eine gute Option sein.

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