SuperGiro Dolomiti Rennbericht: Mein 14. Platz bei einem der härtesten Radmarathons der Alpen!

by Daniel
  • unser Athlet im Coaching Anton ging nach dem Imster Radmarathon (Top 10 beim ersten Rennen; siehe Bericht) nun beim SuperGiro Dolomiti in Lienz an den Start
  • längere Zeit in den Top 3 landete er schlussendlich auf einem beachtlichen 14. Platz
  • die Form war sehr gut, ein Materialschaden (Flaschenhalter brach nach 30 KM) verhinderte aber, dass er erneut in die Top 10 beim bockharten Rennen (inkl. Zoncolan; 10 km mit ø 14%) reinfuhr
Vorm Start in Lienz
Anton 2. von re.

Blog von Anton Metternich, Fotos: ©EXPA Pictures, SuperGiro Dolomiti

Am 14. Juni bin ich zusammen mit rund 600 anderen Fahrern beim SuperGiro Dolomiti an den Start gegangen. Die Extremvariante hat es wirklich in sich: 218 Kilometer und 5.080 Höhenmeter.

Highlight der Strecke ist der Monte Zoncolan – mit 10 Kilometern bei durchschnittlich 14 Prozent Steigung einer der berüchtigtsten Anstiege Europas und bekannt als Etappenziel beim Giro d’Italia.

Top 20 Ergebnis für Anton beim SuperGiro Dolomiti
Platz 14 für Athlet Anton

Materialanpassungen für das Rennen

Im Vergleich zum Imster Radmarathon habe ich diesmal gezielt an meiner Übersetzung geschraubt: Hinten bin ich von einer 11/28er auf eine deutlich leichtere 11/32er Kassette gewechselt und vorne habe ich das kleine Kettenblatt auf 34 Zähne reduziert.

Das war eine ganz bewusste Entscheidung für das Profil dieses Rennens. Insbesondere mit Blick auf den Zoncolan, wo man bei 14 Prozent durchschnittlicher Steigung einfach jeden Gang braucht. Für mein altes 11-fach Dura-Ace Schaltwerk ist mit der 32er Kassette leider das Maximum erreicht.

Wer noch Spielraum hat, dem würde ich für den Zoncolan definitiv eine 11/34er oder wenn nicht sogar eine 11/36er Übersetzung empfehlen.

Sehr leichte Laufräder von Bikebeat (Maßstab SL Disc)
Bikebeat Laufräder

Bikebeat Laufräder (nur 1000 g)

Ein weiteres echtes Highlight beim Material: Ich werde diese Saison von Bikebeat unterstützt und darf die „Maßstab SL Disc“ testen.

Der Laufradsatz bringt trotz robuster Stahlspeichen gerade einmal 1.000 Gramm auf die Waage. Im Vergleich zu meinen „DT Swiss ARC 1400 Dicut Felgen“ konnte ich damit auf einen Schlag 700 Gramm an Gewicht einsparen.

Ich habe die neuen Felgen erst am Mittwoch vor dem Rennen zum ersten Mal getestet, sodass sie am Sonntag direkt einem echten Härtetest unterzogen wurden.

Der Unterschied war direkt spürbar: Insbesondere in den steilen Anstiegen habe ich das geringe Gewicht extrem positiv gemerkt.

Die Felgen verfügen zudem über eine moderne Innenmaulweite von 24 mm, wodurch der Reifen ziemlich breit aufbaut.. Aber auch in den Abfahrten fühlte ich mich von Anfang an super sicher.

Durch das flache Felgenprofil von 26 mm hatte ich keinerlei Probleme mit Seitenwind und konnte die Abfahrten schnell und gleichzeitig sicher herunterfahren.

Wer sich für die Bike Beat Laufräder interessiert, kann sich gerne hier(zum BikeBeat Shop) selber von den Laufrädern überzeugen lassen. Bei möglichen Fragen, könnt ihr jederzeit Rückfragen per Mail senden, oder euch direkt auf der Website einen unverbindlichen Beratungstermin buchen. 


Teils sehr steile Anstiege inkl. Zoncolan

Der Rennverlauf

Das Rennen startete relativ locker, aber verdammt schnell. Die ersten gut 20 Kilometer sind wir mit einem 44er-Schnitt gefahren, was sich im Feld bei gerade einmal 150 Watt aber noch sehr entspannt angefühlt hat.

Nach dieser ersten Flachpassage ging es in den ersten etwas längeren Anstieg, bei dem sich direkt eine etwa 20-köpfige Spitzengruppe formierte. Bis zum heftigsten Anstieg des Tages, dem Monte Zoncolan, hielt sich diese Gruppe größtenteils zusammen.


Anton ist ausgestattet mit einem sehr guten Motor – an der Schwelle hat er bereits über 5 W/kg Leistung
Anton

Anton’s Performance auf einen Blick

  • Rennzeit: 6:55 Stunden
  • Platz 14
  • ø Leistung: 229w (3,4 W/kg)
  • NP: 264w (3,94 W/kg)
  • Peak Performances:
    • 5 min: 354w (5,2 W/kg)
    • 30 min: 331w (4,94 W/kg)
    • 60 min: 297w (4,43 W/kg)
  • alle Daten siehe Strava

Am Zoncolan schlug dann die Stunde der Wahrheit. Die leichtere Übersetzung und die leichten Laufräder zahlten sich hier komplett aus: Ich konnte den Berg als drittschnellster Fahrer des gesamten Tages hochdrücken!

Den kleinen Abstand zu den beiden Führenden vor mir konnte ich in der anschließenden Abfahrt ziemlich schnell zufahren. Kurz darauf rollten noch zwei weitere Fahrer von hinten auf uns auf, sodass wir eine fünfköpfige Spitzengruppe bildeten. Mit einer Minute Vorsprung auf die Verfolger im Rücken lief es richtig gut; wir waren uns alle einig und haben in der Führung kooperiert.

Bei der zweiten Überfahrt über den Plöckenpass wurde unsere Gruppe schließlich gesprengt. Ab diesem Zeitpunkt fuhr ich rund 20 Kilometer komplett alleine an Position drei.

Streckenprofil
Mit einer Flasche für 190 km – leider zu wenig

Ab KM 30 mit nur einer Flasche

Und ab da wurde es zu einem einzigen, harten Kampf.

Mein größtes Problem war an diesem Tag leider die Versorgung. Schon bei Kilometer 30 war mir unglücklicherweise in einer Abfahrt der Flaschenhalter gebrochen. Somit konnte ich die restliche Strecke nur noch mit einer Flasche am Rad fahren.

Leider war das nicht das einzige Missgeschick, das mir passiert ist.

Bei Kilometer 130 stand meine geplante Verpflegungsübergabe mit zwei neuen Flaschen an. Ich habe die Flaschen nacheinander mit der Hand gegriffen.

Um die erste Flasche am Rad zu verstauen, habe ich die zweite kurz am Ventil mit dem Mund festgehalten. Dabei hat sich das Ventil komplett von der Flasche gelöst, sodass die Flasche auf den Asphalt fiel und ich nur noch das Ventil im Mund hatte.

Ärgerlicherweise war das genau die Flasche die ausschließlich mit Wasser gefüllt war. 

Ab diesem Moment war ich komplett auf die offiziellen Stationen des Veranstalters angewiesen. Diese waren zwar gut über die Strecke verteilt, allerdings wurden dort verständlicherweise nur Pappbecher gereicht.

Da ich im Renntempo nicht extra anhalten wollte, habe ich leider deutlich zu wenig Wasser getrunken. 

Rennbericht von Anton beim SuperGiro Dolomiti (Platz 14 gesamt)

Mein Fazit zum Super Giro Dolomiti

Am Ende bin ich wegen des Wassermangels in Kombination mit den heißen Temperaturen leider komplett explodiert. Das war mein sportliches KO Kriterium für den SuperGiro, sodass es im Ziel „nur“ für den 14. Platz gereicht hat.

Vor dem Rennen hätte ich dieses Ergebnis vermutlich blind unterschrieben. Wenn man aber bedenkt, wie das Rennen gelaufen ist und dass ich extrem lange ganz vorne mitgemischt habe, wäre ich im Nachhinein natürlich super gerne mindestens in den Top 10 gelandet.

Trotz des herben Einbruchs zum Schluss hat mir das Rennen wahnsinnig großen Spaß gemacht.

Strecke fast komplett verkehrsfrei

Die Strecke in den Dolomiten ist landschaftlich wunderschön. Ein riesiges Lob geht außerdem an den Veranstalter für die hervorragende Streckenabsperrung: Fast die gesamte Strecke war komplett für den Verkehr gesperrt, was die Sicherheit für uns Fahrer massiv erhöht hat.

Alles in allem kann ich das Event jedem Radmarathonfahrer nur wärmstens empfehlen. Ich werde nächstes Jahr definitiv wieder am Start stehen, um mein Ergebnis aus diesem Jahr noch einmal zu verbessern 😊


Perfekte Vorbereitung für den Ötztaler Radmarathon
Mit zahlreichen Coaching-Athleten und Gästen im SpeedVille Camp auf Mallorca

Wenn du Unterstützung brauchst, helfen wir dir gerne dein System upzugraden – in den letzten Jahren haben wir zahlreiche Athleten für die langen Kanten (v.a. Ötztaler, Maratona dles Dolomites, Dreiländergiro, Mallorca 312) fit gemacht.

In einem unverbindlichen Telefonat können wir dir das Training mit uns sehr gerne vorstellen (alle Infos & Details zu unseren Paketen findest du hier!)


Sehr guter Blog über Anton’s Leistungsdiagnostik

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