Wahoo ROAM v3 im Langzeittest: Meine persönliche Meinung nach 6 Monaten – und der Vergleich zum Bolt v3

by Daniel

Wahoo Elemnt ROAM V3 Test auf einen Blick:

  • Das ist super: Das größere Display ist bei den Trainings und Touren deutlich angenehmer als Ü40 zu lesen
  • Das hat genervt: Zu Beginn des Tests im Januar klappte der Sync nach dem Training mit der Wahoo App nicht direkt – mittlerweile wurde das Problem behoben und es schnurrt wie ein Kätzchen
  • Das könnte man beim nächsten Update verbessern: Eine Möglichkeit, dass die integrierte Klingel einfach LAUTER klingelt
6 Monate Dauertest vom Wahoo ROAM V3

Intro: Warum dieser Test erst nach 6 Monaten kommt

Transparenzhinweis: Uns wurde der ROAM V3 von Wahoo – kurz vorm Calpe Bikecamp – von Wahoo für den Test zur Verfügung gestellt. Nach 6 Monaten und etwas über 6.000 KM im Dauereinsatz finden wir, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, euch mal unsere Erfahrungen zu schildern. V.a. auch deswegen, da wir zuvor den Wahoo BOLT V3 im Einsatz hatten und somit die beiden Geräte wunderbar miteinander vergleichen können.

Aktuelle Bilanz mit dem Wahoo ROAM V3

  • Über 6.000 KM im Einsatz
  • u.a. im Bikecamp im Januar in Calpe
  • und im Mallorca Bikecamp im März/April

Schönes großes Display mit sehr guter Lesbarkeit der Daten – insbesondere als Ü40+
ROAM V3 Display um 18:00 Uhr (nicht mehr das hellste Tageslicht) bei leichtem Regen

Der ROAM v3 im harten Trainingsalltag: Was läuft richtig gut?

Display & Ablesbarkeit: Lohnt sich das größere Display?

Gerade durch den Vergleich mit dem etwas kleineren BOLT V3 ein sehr interessanter Punkt bei diesem Testbericht…

  • spürbar größeres Display als beim Bolt V3
    • Diagonale beim Bolt V3: 5,8 cm
    • Diagonale beim ROAM V3: 7,1 cm
  • dadurch hast du natürlich schon mehr Darstellungsmöglichkeiten beim ROAM
  • beide können 16 Mio. Farben darstellen
  • der Auffälligste Unterschied aus meiner Sicht bei den Displays ist schon beim Karten-Screen – hier hast du beim ROAM schon spürbar mehr Platz als beim Bolt

Wie ist die Ablesbarkeit als Ü40?

Gerade als Ü40 muss ich schon sagen, dass der ROAM einem hier aufgrund der größeren Schriften deutlich mehr entgegenkommt und besser geeignet ist.

Lustig: Immer wieder ein sehr interessantes Bild, wenn man in den Bikecamps die Kollegen im ähnlichen Alter sieht, wie sie mit zusammengekniffenen Augen versuchen (ohne Brille) auf ihren Displays was zu erkennen.

So sieht das Display aus, wenn Sonnenlicht drauf scheint (Foto aus Mallorca). Hintergrundbeleuchtung: Aus
So sieht das Display aus, wenn Sonnenlicht drauf scheint (Foto aus Mallorca)

Hintergrundbeleuchtung für bessere Lesbarkeit

Beim ROAM V3 kannst du den Kontrast bzw die Lesbarkeit maßgeblich durch die Hintergrundbeleuchtung beeinflussen, da hier der Kontrast gepusht wird.

  • Klick auf die Taste li. am Gehäuse
  • du kommst in das Einstellungen Menü
  • der erste Screen ist gleich die „Anzeige“
  • bei „Hintergrundbeleuchtung“ hast du diese Optionen:
    • Automatisch
    • Auto Max (beste Lesbarkeit; höchster Akkuverbrauch)
    • Ein
    • Aus (niedrigste Lesbarkeit; längste Akkuzeit)
    • 5 Sek

GPS-Präzision: Wie schlägt sich das Dual-Band-GPS im dichten Wald und in der Stadt?

Ich hatte den ROAM V3 auch auf dem Rose Backroad AL montiert und bin damit die ein oder andere Tour durchs Königsforst bei uns gefahren – aber natürlich auch durch enge Häuserschluchten in Städten (u.a. Benidorm im Calpe Camp)

Im Stich hat mich der ROAM V3 dabei nie gelassen bzw eine solche Ungenauigkeit beim Routing gehabt, dass ich verwirrt gewesen wäre..

Insbesondere für meine Guiding-Tätigkeit bei unseren SpeedVille Bikecamps kann ich den ROAM V3 allerwärmstens empfehlen.

Ich habe hier nichts auszusetzen.


Akkulaufzeit & Konnektivität: Zuverlässigkeit, wenn es drauf ankommt

Fangen wir diesen Passus mit dem Thema Akkulaufzeit an. Die Akkulaufzeit ist natürlich maßgeblich davon abhängig, „wie viel Party“ gerade auf deinem Radcomputer abgeht, um es mal so zu formulieren.

Akkulaufzeit

Faktoren, die die Akkulaufzeit (teils massiv) beeinflussen:

  • Stärkegrad der Hintergrundbeleuchtung
  • aktives Routing und Re-Routing
  • kalte Temperaturen im Winter (für jeden Lithium-Ionen-Akku schlecht)
  • die Menge der gekoppelten Sensoren (Powermeter, Pulsmesser, elektronische Schaltung und/oder Rücklichter wie Garmin Varia (siehe unsere günstigen Alternativen)
  • Smartphone Koppelung mit zB Live Tracking für die Familie oder Smart Notifications
  • Aktivierung der oberen LED Leiste für sich nähernde Autos oder Abbiegehinweise etc.

Fazit: Also wenn ich die Hintergrundbeleuchtung auf AUS habe und kein aktives Routing nutze (wie ich es zB bei einem Ötztaler machen würde), dann hält der Akku gefühlt um die 20 Stunden. Bei unseren Bikecamps auf Mallorca und Calpe hatte ich logischerweise als Guide das Routing an und die Hintergrundbeleuchtung auf AUS – hier hat der Akku auch deutlich über 12-13 Stunden gehalten.

Es würde also auch für die allermeisten Ötzi Finisher mit aktivem Routing reichen, wenn man sich die Anstiege anzeigen lassen möchte..

Konnektivität

Wie gut und stabil ist die Verbindung vom ROAM V3 mit seiner Peripherie:

  • Sensoren am Bike
    • bei den Sensoren am Bike wie v.a. elektronische Schaltung und Pulsdaten (ich nutze den Wahoo TRACKR) gibt es keinen Grund zum Meckern
    • was manchmal passiert, ist, dass die Powermeter Daten (SRAM RED AXS Powermeter (D1 DUB)) NACH einer längeren Kaffeepause gewissermaßen kurz einfrieren. Das kann dann mal gefühlt 1-2 min. dauern, bis sie nach dem Re-Start dann wieder auf dem Tacho aufploppen
    • aber die Kommunikation vom ROAM V3 mit der AXS Schaltung klappt wirklich sensationell gut – du wirst stets über den Batteriestatus der Akkus an der Schaltung etc informiert
  • Verbindung zum Smartphone
    • mit der Umstellung bei Wahoo von der vorigen ELEMNT Companion App (weiß/blaues Logo) hin zur neuen schwarzen Wahoo App hatte ich anfangs im Januar tatsächlich nervige Probleme beim Sync – v.a. bei den neuen Routen am Vorabend unserer Touren in Calpe und auch teils nach der Tour (vom ROAM in die Wahoo App und dann zB zu Strava)
    • das haben sie aber gefühlt seit Feb/März in den Griff bekommen und jetzt erkennt mein iPhone den ROAM V3 wirklich sehr schnell und der Sync klappt sehr gut
    • Live Tracking & Notifications – das tut mir furchtbar leid, aber das nutze ich tatsächlich nicht. Wenn ich fahre, möchte ich maximale Ruhe und wenig Action auf dem Radcomputer
    • was wiederum sehr gut funktioniert, ist die Erkennung der Strava Live Segmente – das habe ich auf dem ROAM V3 aktiviert. Er zeigt dir wunderbar an, wenn sich ein bei Strava markiertes Segment nähert und du mal einen rauslatzen willst
  • Verbindung zum WLAN
    • klappt auch einwandfrei, hier gibt es keinen Grund zu meckern
    • Updates der Firmware bei verbundenem WLAN laufen einwandfrei!

Wo der ROAM v3 nervt 😠: Die ungeschönte Wahrheit

Viele Punkte habe ich hier tatsächlich nicht.

Sync wurde repariert ✅

Das mit dem verzögerten Sync hatte ich vorhin ja schon beschrieben, was im Januar noch nervte. Seit Feb/März war das aber dann tatsächlich repariert (wohl per App-Update) und der Sync vom Radcomputer zur App auf dem Handy klappte tiptop.

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Re-Routing kann nerven 😲

Ein Klassiker bei den Radcomputern ist tatsächlich, wie gut klappt das Re-Routing? Also, wenn du mal von der geplanten Route abkommst. Wie schickt er dich dann zu deinem Ziel?

Hier finde ich den ROAM ähnlich unpraktisch wie den BOLT Vorgänger. Gefühlt ziehen sich die Radcomputer dann die komischsten Varianten aus dem Finger und leiten dich mal über Feldwege, Schnellstraßen und Co. zum Ziel.

In den letzten Jahren hat sich bei mir daher eher die Einstellung aufgebaut, dass ich beim Routing sehr wachsam bin und es eigentlich nicht dazu kommen lasse, dass ich mich verfahre… Ist zwar nicht die ultimative Lösung, aber hilft einfach. Augen auf beim Guiden :- )


Daniel (ganz re.) Mit dem Wahoo ROAM V3 auf Mallorca
Daniel (ganz re.) Mit dem Wahoo ROAM V3 auf Mallorca

Die Form: Größeres Gerät am Cockpit 😲

Wo ich tatsächlich etwas Eingewöhnung brauchte, war die doch etwas größeren Außenmaße beim ROAM V3. Der BOLT V3 war doch sehr filigran.

Der ROAM V3 wiegt etwa 20 g mehr als der Bolt und ist nen guten Zentimeter länger und 6 mm breiter.

Fällt nahezu NULL ins Gewicht, macht sich bei den ersten Fahrten aber rein mental doch bemerkbar.

Kategorie: First World Problems.


Die elektronische Klingel: Nützliches Feature oder Spielerei? 😲

Die elektronische Klingel ist richtig GEIL….

…aber etwas leise.

Wenn du doppelt auf das Display im ruhigen Raum drückst und die Klingel ertönt, denkst du, wow, die ist aber laut..

Wenn du das Ganze aber im Straßenverkehr machst oder Wald bei Wind & Co., dann war mein Eindruck, dass sie ruhig etwas lauter sein könnte.

Man hört sie in der Regel schon, aber da könnten sie bei einem der nächsten Updates mal etwas mehr Zunder hinter packen.


Der Vergleich: Wahoo BOLT V3 vs. ROAM V3

Feature / EigenschaftWahoo ELEMNT ROAM v3Wahoo ELEMNT BOLT v3Einschätzung
Display-Größe2,7 Zoll (Größer) – inkl. max 11 Datenfelder 2,2 Zoll (Kompakter) – inkl. max 9 DatenfelderAuf dem ROAM hast du deutlich mehr Platz für Karte + Datenfelder gleichzeitig. Besser ablesbar für Ü40+
Touchscreenja (funktioniert auch mit Handschuhen)neinNettes Feature; aber kein Must-have; Touchscreen funktioniert auch mit Handschuhen (sehr cool!)
Lautsprechervollwertiger integrierter Lautsprecher (inkl. zB gesprochener Abbiegehinweise) und Klingelnur Pieptöne/Warnhinweiseklarer Vorteil für den ROAM
Abmessungen & Gewichtetwas größer, wuchtiger (ca. 93g)Schlank, aerodynamisch (ca. 68g)Der BOLT sieht am cleanen Aero-Cockpit minimalistischer aus
Speicherplatz32 GB32 GBGleichstand. Beide bieten massig Platz für weltweites Kartenmaterial und komplexe Routen.
On-Device NavigationVollwertiges Routing + Adresssuche auf dem GerätHauptsächlich Routenführung (Re-Routing zum Start/Kurs)Der ROAM ist der König, wenn du komplett frei auf dem Gerät neue Ziele/Routen generieren willst.
Preis (UVP)399,99 €329,99 €Ein Preisunterschied von 70 €, bei dem man abwägen muss, ob einem die oben gelisteten Mehr-Features es wert sind

Fazit: Für wen ist der ROAM v3 die richtige Wahl?

Du musst einfach abwägen. Bist du ein Rennrad/Gravelfahrer, der mehr Wert auf Sicherheit und Routing legt, dann wäre der ROAM V3 mein Tipp für dich…

…wenn du hingegen rein performance-orientiert bist und maximalen Wert auf niedrigeres Gewicht (-20g) und etwas bessere Aerodynamik legst, dann wäre wahrscheinlich der BOLT V3 die bessere Wahl.

Über diesen Testbericht solltest du einen guten Eindruck bekommen haben, was der ROAM V3 kann und was nicht..

Ich bin aktuell sehr happy damit und vermisse (außer die etwas lautere Klingel) nichts an dem Gerät.

Würde das mit dem verzögerten Sync noch bestehen, hätte ich das sicher jetzt hier erwähnt, aber wie gesagt, das hatten sie dann per App-Update im Feb/März repariert, so dass es bei mir jetzt sehr zackig die Trainings nach Strava & Co. rüberbeamt.

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