Rad am Ring 24h im 4er-Team: Das ultimative Logistik-Protokoll (Inkl. Packliste)

by Daniel

Wie geil ist es bitte, tagsüber bei 20° Sonnenschein die Fuchsröhre mit 90 km/h runterzuballern? Und was für ein verdammt surrealer Irrsinn ist es, das Gleiche nachts um 03:14 Uhr bei 8 Grad und Eifelnebel zu tun?

Rad am Ring 24 Stunden im 4er Team wird nicht tagsüber entschieden bei feinsten Bedingungen, sondern dann, wenn der Magen nach dem drölften Gel streikt, die Kabeltrommel wegen Überlastung die Biege macht und niemand weiß, wer eigentlich gerade auf der Strecke ist.

Es ist kein normales Radrennen, Rad am Ring 24h ist ein logistisches Großprojekt.

Wenn hier jeder Fahrerwechsel nur zwei Minuten zu lange dauert, verliert man über das 24h Rennen fast eine Stunde reine Fahrzeit.

In diesem Protokoll zeigen wir dir unser eigenes Setup und den exakten Schlachtplan, mit dem du das Chaos in der Eifel besiegst.

Wir werden in diesem Jahr mit 4x 4er Teams bei SpeedVille an den Start gehen.

  • Team 1 – alles sehr starke Fahrer, die bei Ötztaler und Co. deutlich unter 8 Stunden gefahren sind
  • Team 2 – zügige Fahrer rund um unseren Trainer Philipp
  • Team 3 – hier fahre ich selbst (Daniel) mit
  • Team 4 – unser schnelles Frauenteam
Die mystische Nordschleife bei Rad am Ring
Mystische Nordschleife am Sonntagmorgen bei Rad am Ring (24h Rennen)

Die nackten Zahlen: Warum 24 Stunden Nordschleife in der Box entschieden werden

Lass uns mal die Zahlen, Daten und Fakten angucken. Bei Rad am Ring kann man „konservativ“ davon ausgehen, dass eine Runde im Schnitt so 50-55 min. dauert.

** siehe die exakten Daten zur kompletten Runde bei meinem Rad am Ring Rennen 2025 (75 km) **

Eine schnelle Runde (43 min.) bei Rad am Ring
Meine schnellste Runde bei Rad am Ring im letzten Jahr (75 km Rennen)

Der Modus des 24h Rennens recht simpel: Wer in den 24h die meisten Runden fährt, landet ganz vorne auf dem Podium.

Jetzt kommt direkt mal einer der Knackpunkte: Der Fahrerwechsel – und wie effizient schafft ihr es, quasi den Staffelstab (bei Rad am Ring ist es der Transponder; in der Regel in einer Trinkflasche enthalten) zu übergeben.

Die Effizienz dieses Fahrerwechsels kann natürlich maßgeblich am Ende der 24h beeinflussen, wie viele Runden ihr schafft.

Überlege dir nur mal das: Wenn ihr euer System des Wechsels noch so wenig optimiert habt, dass jeder Fahrerwechsel nur 2 min zu lange dauert. dann verliert ihr bei 23-26 Runden gut und gerne mal 46-52 min. – was in etwa einer Runde entspricht. Hier braucht ihr unbedingt eine Logik, dass ihr erkennt, dass der aktuelle Fahrer jetzt gleich kommt und der neue Fahrer ready ist, um loszulegen. Und nicht noch irgendwo auf einem Dixieklo etc sitzt :-)

  • Tracking per Racemap App
  • taktische Wegpunkte
    • sobald der aktuelle Fahrer zB markante Streckenabschnitte passiert hat, sind es nur noch X Minuten bis er da ist
    • hier bietet sich zB die Hohe Acht an – ab der Kuppe oben sind es ca. 15-20 min. (je nach Stärke)
    • Der neue Fahrer sollte sich jetzt bereit machen
  • Info per Smartphone
    • manche Teams sind so ausgefuchst, dass sie per Smartphone und Headset interne Kommunikation betreiben
    • hat der Fahrer eine vorab besprochene Stelle passiert, kommt von ihm der Anruf bzw die Nachricht und sein Team weiß Bescheid

Schritt 1: Das Fahrerlager-Setup – Kampf um jeden Quadratmeter

Es gilt, den vorhanden Platz maximal effizient zu nutzen und CHAOS (!!) zu vermeiden und saubere Abläufe zu haben.

Uns stehen bei Rad am Ring insgesamt 4 Parzellen (G27-G30) zur Verfügung mit je 3,5m x 12m Maße. Wie ihr die Parzelle bespielt, ist natürlich komplett euch überlassen.

Gehen wir mal die wichtigsten Punkte durch.

Parzellen-Infrastruktur: Pavillon, Strom und die „Sicherungskrise“

  • Das Auto muss gut überlegt sein – und ist natürlich abhängig von der Größe der Parzelle
    • Nachteil: Das Auto nimmt viel Platz (v.a. für das Pavillon) weg
    • Vorteil: Ihr habt einen „Raum“, wo ihr eure wichtigsten Dinge SAFE verstauen könnt und natürlich – je nach Vehikel – ggf eine Schlafmöglichkeit mit festem Dach über dem Kopf
  • Das Pavillon ist unabdingbar (!) – das ist das Herz eurer Parzelle und hier werdet ihr euch die meiste Zeit aufhalten
    • das Angebot an möglichen Pavillons ist natürlich gigantisch groß – von Temu und Amazon bis Baumarkt um die Ecke
    • bitte hier nicht am falschen Ende sparen – Pavillons für 30€ aus dem Baumarkt mit dünnen Plastik-Steckverbindungen werden bei den ersten seriösen Eifelwindböen einknicken. Besser eignen sich stabile Scheren-Faltpavillons (Pop-up)
    • Wasserfest – das Pavillon sollte mind. 3.000 mm Wassersäule und versiegelte Nähte haben – sonst droht bei Eifel-Dauerregen (jedes 2. Jahr ist das Wetter erfahrungsgemäß schlecht), dass das Pavillon durchweicht
    • das Pavillon sollte auf jeden Fall Seitenwände haben, damit der Wind hier nicht durchpfeift
    • Extrem wichtig wegen Wind: Die Verankerung im Boden! Da die Pavillons auf dem Asphalt aufgestellt werden, fällt natürlich die Verankerung via Hering raus – von daher muss mit Gewichten (Sandsäcke, Kanister mit Wasser befüllt etc.) gearbeitet werden, die direkt an die Beine des Pavillons befestigt werden. Sonst droht, dass euch das Zelt um die Ohren fliegt und natürlich eine Unfallgefahr für die anderen Teilnehmer darstellt
    • weitere Tricks: Das Pavillon per Spanngurten an den Autofelgen, Anhängerkupplungen oder der Leitplanke der Strecke befestigen
  • eine Obergrenze vom Veranstalter gibt es nicht, was die maximalen Ampere je Parzelle anbelangt – aber das Thema Energieversorgung/Strom bietet einige Fallgruben, da bei zu krassen Stromfressern das vorhandene Netz schnell kollabieren kann
  • zu den untersagten Geräten zählen u.a.:
    • Heizlüfter
    • Haarföhns
    • Mikrowelle
    • elektrische Kochplatten
    • haushaltsübliche Kühlschränke
    • Wasserkocher
    • Kaffeemaschine (egal ob Filter, Kapsel)
      • stattdessen zB den Gaskocher mit Espressokocher/-kanne nehmen
  • welche Geräte erlaubt sind:
    • Ladegeräte für Handys und Fahrradcomputer
    • Unterhaltungsgeräte (Bluetooth Lautsprecher, Laptop, Tablets)
    • Beleuchtung für unsere Parzelle (LED Lichterketten und Strahler)
    • Camping-Kühlboxen
  • sehr wichtig: Die Stromverteiler befinden sich nicht direkt an jeder Parzelle. Hier bitte ein wasserfestes Outdoor-Verlängerungskabel (mind. 50 m; Schuko/IP44) einplanen
  • sehr wichtig: Die Kabeltrommel muss zwingend abgerollt sein, da sonst Überhitzung entstehen kann, wenn Großverbraucher dranhängen

Das hier ist ein IMMENS wichtiges Thema, zu dem ich mich gestern mit Frankie aus unserem Coaching ausgetauscht hatte – Frankie ist schon deutlich über 20x bei Rad am Ring an den Start gegangen und seine Tipps hier sind absolute weltklasse!

Seine ganz großer Tipp war, dass wir ACTIVE und RECOVERY Bereiche auf der Parzelle bereitstellen müssen; in unserem Fall:

  • ein großes Pavillon (quasi das Wohn- und Esszimmer, wo sich alle aufhalten, die nicht fahren und schlafen)
  • dazu dann externe kleine Pavillons, in denen man schlafen kann (hier herrscht Ruhe)

Schritt 2: Die „Anti-Chaos“-Wechselstrategie

Die absolute Gretchenfrage: Fährt man beim 4er Team besser mit „Volldampf“ eine Runde und nimmt in Kauf, dass die Pausen dazwischen kürzer sind oder „etwas langsamer“ 2 Runden und dafür etwas mehr Pause und Entspannung dazwischen?

Auch hierzu hatte ich mit Frankie gesprochen – seine klare Meinung war schon, dass man gesamt betrachtet „schneller“ ist, wenn man EINE Runde auf Zug fährt…

  • es gibt aber auch durchaus Strategien bei den Teilnehmern, dass sie zB tagsüber 1 Runde fahren (schneller) und nachts dann 2 (mehr Zeit zum schlafen)
  • das muss man dann einfach im Team besprechen und einen Weg finden wie es für die Teamfahrer am besten passt
  • eine andere Strategie kann auch sein, dass man die Reihenfolge der Fahrer dann später variiert, um mehr Ruhepausen etc zu haben
  • tendenziell wäre meine Präferenz nachts 2 Runden am Stück zu fahren
    • Fahrzeit dann ca. 90-100 min.
    • dafür dann aber eine längere Pause von ca. 4,5h (man hat etwas mehr Zeit in den Schlaf zu kommen etc.)
    • so muss man nicht nachts 3-4x ran (bei der 1 Runde Strategie), sondern eher nur 1-2x im Dunklen

Dieser Part muss einfach funktionieren und schnurren wie ein Kätzchen! Niemand möchte nachts Stress und nicht wissen, was zu tun ist. Jetzt entscheidet ein absolut fehlerfreies Timing beim Wecken und Wechseln darüber, ob ihr wertvolle Minuten verliert oder flüssig durch die Nacht kommt:

  • Der Fahrer auf der Strecke ist die Uhr: Verlasst euch nachts nicht auf starre Wecker nach vorab definierter/geplanter Uhrzeit (es kommt eh immer alles anders als gedacht). Wenn ein Fahrer wegen eines Defekts oder Gegenwinds länger braucht, steht der nächste Fahrer sonst viel zu früh und frierend in der Wechselzone
  • Die Weckregel: Sobald euer Fahrer auf der Strecke die Boxengasse verlässt und seine Runde startet, läuft der Timer für den übernächsten Wechsel. Der Support (oder das restliche Team) weckt den nächsten Fahrer 30-45 min. (müsst ihr intern definieren/planen) vor der erwarteten Ankunft des aktuellen Fahrers. Das gibt ihm genug Zeit für einen schnellen Espresso, etwas Zucker, den finalen Materialcheck (Licht extrem wichtig; sonst gibt’s ernsthafte Probleme mit dem Veranstalter) und ein kurzes Warmmachen
  • Kein Stehenbleiben im kalten Windzug: Die Boxengasse am Nürburgring zieht nachts wie Hechtsuppe. Wer dort 15 Minuten unbeweglich auf seinen Partner wartet, kühlt komplett aus und riskiert den Kälteschock auf den ersten Kilometern
  • Das „Ready-Setup“ in der Box: Der startbereite Fahrer wartet komplett angezogen, idealerweise warmgefahren und windgeschützt in der warmen Box bzw. am Rand eurer Parzelle – nicht draußen auf dem Asphalt
  • Der finale Vorlauf: Erst wenn der Fahrer auf der Strecke die letzte Zwischenzeit (z. B. Döttinger Höhe / Galgenkopf) passiert hat oder die geschätzte Rundenzeit noch 3 bis 4 Minuten beträgt, rollt der nächste Fahrer entspannt vor in die offizielle Wechselzone
  • Der Übergabe-Stopp: Der Fahrer, der von der Nordschleife kommt, biegt in die Boxengasse ein und steuert exakt eure zugewiesene Parzelle/Wechselbox an. Er bremst bis zum Stillstand ab
  • Bei den Teams wird der Transponder per Chip in einer speziellen Trinkflasche (war zumindest letztes Jahr so!) übergeben – diese Flasche natürlich NIEMALS mit Wasser etc befüllen
  • wenn die Flasche mit dem Chip übergeben wurde, kann der neue Fahrer losrollen und der vorige Fahrer darf seine Pause genießen

Schritt 3: Das Ernährungs-Timing für 24 Stunden

Wie sollte man sich ernähren, um für 24h Dauerpower zu haben? Im Prinzip kann man den Absatz abkürzen: Einfach immer kohlenhydratreich essen, wenn es gerade passt.

Wann passt die Nahrungsaufnahme denn?

  • unmittelbar, wenn du gerade deine Runde(n) gefahren bist und deine Pause hast
    • so dass du dich hinlegen kannst, um zu schlafen/auszuruhen
  • zwischendrin in der Pause bis max. 30-45 min. vor deinem Einsatz

Wie viel Kohlenhydrate brauchst du?

Wenn jeder Fahrer pro Stunde reiner Fahrzeit und anteilig in der Regeneration ca. 60-90 g Kohlenhydrate verbrennt, reden wir hier über kiloweise Kraftfutter :-)

  • Der Milchreis-Berg (Die Basis): Plant pro Fahrer mit ca. 1 bis 1,5 kg fertig gekochtem Milchreis für das Wochenende. Für das gesamte Team bedeutet das 4 bis 6 Kilogramm Gesamtkapazität. Logistik-Tipp: Vorkochen ist Pflicht! Da der Reis beim Kochen in Milch massiv aufquillt, müsst ihr zu Hause nur ca. 3 bis 4 Standard-Packungen (à 500g) trockenen Milchreis verarbeiten. Das ergibt am Ring ca. 15 bis 20 Portionen, die nachts den Magen retten – ggf dann per Gaskocher anwärmen; sonst kalt verzehren
  • Bananen gehen immer – mit 5-10 Bananen pro Teilnehmer kann man je Team rechnen. Das macht in Summe bei 4 Leuten je Team ca. 20-40 Bananen
  • Carb-Getränke – gehen wir mal von optimistischen 30 Runden aus, die gefahren werden (das ist schon recht viel). Pro Runde kannst du mit einer Carbs-Flasche rechnen, was demnach 30 Flaschen gesamt entsprechen würde.
    • damit man auf ca. 80 g Kohlenhydrate je Flasche kommt, entspräche das gesamt knapp 3 Beuteln FAST CARB von MNSTRY (bei 30 Flaschen)
    • im Fall von NDURANZ Drink 90 (hatte ich auf Mallorca im SpeedVille Bikecamp probiert und sehr gute Erfahrungen gemacht!) wären das bei 30 Runden auch knapp 3 Packungen, die gekauft werden müssten
  • zusätzlich zu dem Ganzen sollte man je Team noch 40-50 Gels und Riegel dabei haben für den schnellen Zucker unmittelbar zu Beginn des Fahreinsatzes
Nduranz NRGY Drink 90 – wir haben das Carb Monster (90g pro Flasche) getestet!
Gute Erfahrungen mit Nduranz gemacht

Dies ist ein tatsächlich sehr schwieriger Punkt. Auf der einen Seite schreit dein Körper irgendwann nach etwas Herzhaftem, nach Wärme im Magen, aber wenn ihr keinen Betreuer im Team habt, stellt sich tatsächlich die Frage, wer „kocht“ dann wirklich noch, wenn eigentlich jeder völlig fertig ist? Wer hat dann noch die Energie das alles zu koordinieren, Geschirr abzuwaschen etc?

Wir haben hier mit einigen Teilnehmern der früheren Jahre gesprochen – um es kurz zu machen: Wenn ihr keinen dedizierten Betreuer habt, wäre unsere klare Empfehlung zu Hause VORZUKOCHEN! Fangt dann auf keinen Fall am Ring damit an, die Gerichte zuzubereiten/schnibbeln.

Über einen Gaskocher könnt ihr natürlich dann drüber nachdenken, die Gerichte, Suppen etc. dann aufzuwärmen.

  • Die Geheimwaffe nachts heißen Gemüsebrühe mit Nudeln, leicht gesalzener (warmer) Milchreis oder Instant-Kartoffelpüree. Das Salz bringt die Elektrolyte zurück, die Wärme entspannt den Magen – ein herrlicher Kontrast falls es nachts kalt und ungemütlich ist
  • Das „Über-Nächster-Fahrer“-System: Wie gesagt, wenn kein dedizierter Betreuer am Start ist, greift diese Regel: Der Fahrer, der als übernächster auf die Strecke muss, hat Küchendienst. Er ist sowieso seit der 30-Minuten-Weckregel wach, halbwegs frisch und bereitet das warme Essen für den Kollegen vor, der gleich angedetscht von der Strecke kommt
  • Unbedingt Vorkochen: Niemand stellt sich nachts um zwei am Ring hin und schnippelt frisches Gemüse. Alles, was warmgemacht wird, muss in fertigen Portionen (z. B. in Tupperware) parat stehen

Schritt 4: Die ultimative Rad am Ring Packliste

Hier reicht es natürlich nicht mit einer Luftpumpe und einem Multitool an den Ring zu reisen. Bei 24h Fahrzeit und 4 Teilnehmern weiß jeder, der Radsport betreibt: Irgendwas ist immer!

Ich liste gleich die wichtigsten Punkte zu dem Thema auf – erstmal die wichtigsten Themen auf einen Blick:

  • pro Fahrer solltet ihr einen Reifensatz und Schlauch-Satz als Backup dabei haben
  • pro Fahrer solltet ihr ein Backup Schaltauge dabei haben, wenn das Bike einen Sturz hat oder zB wegen Wind im Fahrerlagerumfällt
  • Kettenöl und/oder Kettenwachs – der Eifelnebel und die Feuchtigkeit nachts können den Antrieb sehr klamm machen
  • ein MASTER Werkzeugkoffer mit allem Schnickschnack je Team (vollständiger Inbusschlüssel-Satz, Reifenheber, Kettennieter, Kettenschlösser für 11-fach und 12-fach etc.
  • Nice to have: Einen Laufrad-Satz (inkl. montiertem Reifen und Kassette) als Backup, wenn es mal richtig schnell gehen muss – vorausgesetzt der Fahrer mit dem irreparablen Defekt hat das gleiche System (zB Shimano 12-fach)

Hier unsere erstellte Packliste. die wir für Rad am Ring 2026 erstellt haben….

#1 Camp

  • Pavillons/Zelt mit Seitenwand(wind); Gewichte fürs Zelt (Teerboden)
  • Campingtisch;Klapp und Liegestühle/Feldbett
  • Bodenplane, Hammer und Heringe
  • Decken und Schlafsäcke 
  • Kabeltrommel; Mehrfachsteckdose; Power Banks ( Möglichkeit die Geräte aufzuladen)
  • Beleuchtung im Zelt, Lampen, Lichterketten, Stirnlampe
  • Müllsäcke, Gaffa Tape, Kabelbinder, Schwamm und Spüli & Desinfektionsmittel
  • Plastikboxen für Klamotten (bleiben trocken)
  • Outdoor-Verlängerungskabel

#2 Verpflegung

  • Gaskocher, Wasserkocher oder Elektro-Herdplatte für Kaffee/Espresso/Instantnudeln
  • Wasser (lieber zu viel als zu wenig), Cola o.a. Softdrinks 
  • Elektrolyte / Iso / Snacks (Riegel, Gels, Obst, Gummibärchen etc.), Recovery, BCAA
  • „richtiges“ Essen (Pasta-Salat, Reis, Bananen, Wraps, Milchreis etc.)
  • Kühlbox + Kühlakkus
  • Topf, Besteck, Becher
  • Flaschen nach der Fahrt, für die nächste Fahrt direkt vorbereiten und zurechtlegen

#3 Bike & Technik

  • Ersatzschläuche, Öl, Kettenwachs, spezielles Werkzeug; Multitool, Tubeless-Ventile/Plugs/Milch
  • Reifen, Bremsbeläge, Ladegeräte, Ersatzkette, Ersatzcleats,
  • Rad spezifisches Material wie z.B. spezielle Batterien (CR2032 etc.)
  • Beleuchtung (Nachfahrt)
  • Schaltauge (Ersatz für Sturz, Umkipper)

#4 Kleidung

  • Rad und normale Wechselklamotten (2-3 Sätze)
  • Regenjacke, Handschuhe, Mütze, Buff, Baselayer, Socken etc.
  • (Regen)-Überschuhe / Armlinge / Westen / Beinlinge etc.
  • warme Kleidung (Nachts), Ersatzschuhe

#5 Hygiene & Sonstiges

  • Feuchttücher, Klopapier
  • (alte) Handtücher
  • Basics / Zahnbürste
  • Oropax / Sonnencreme
  • Erste Hilfe Set / Medikamente / Sitzcreme / Blasenpflaster / Magnesium
  • Beutel für nasse/benutzte Kleidung
  • bequeme Schuhe fürs Camp
  • Insektenschutz/spray

#6 Organisatorisches

  • Fahrer-Reihenfolge klären + Wechselplan zur Hand haben
  • Uhr/Wecker/Handyalarme falls nötig
  • Warmfahren (Rollen Setup mitbringen; besser freie Rolle, wo man NICHT das Hinterrad ausspannen muss)

Fazit: Die 3 größten Logistik-Fehler

Im Laufe dieses Protokolls müsstest du ein gutes Gefühl dafür bekommen haben, dass bei Rad am Ring 24h nicht zwangsläufig per Watt pro Kilo entschieden wird, sondern v.a. über eine reibungslose Logistik und Orga.

Da kannst du noch so eine FTP haben, wenn ihr nachts um 3 Uhr merkt, dass ihr vor lauter Eifelnebel die Hand vor Augen nicht seht, die Sicherung wegen der Kaffeemaschine rausgeflogen ist und der nächste Fahrer tiefentspannt im Schlafsack liegt, während der Kollege auf der Strecke gerade die Ziellinie überquert…

…dann wird das Ganze etwas schwieriger :-)

Fehler 1: Zu große Verbraucher am selben Stromkreis

  • richtet eine „Strom-Sperre“ im Team ein
  • große Verbraucher (Herdplatte, Kaffee, Heizung) laufen niemals zeitgleich, sonst sitzt das gesamte Team schlagartig im Dunkeln
  • prüft unbedingt vorher, welche Elektrogeräte erlaubt sind oder nicht

Fehler 2: Blindes Vertrauen aufs Smartphone

  • die Gefahr ist gegeben, dass das Handynetz nicht so flüssig funktioniert wie gewohnt
  • v.a. in der Boxengasse / GP Strecke, wenn viele Teilnehmer zeitgleich online gehen
  • deshalb ist ein analoges Whiteboard (eine weiße Tafel mit Markern) ein echter TIPP (!)
  • dort schreibt ihr stumpf mit der Hand auf: Wer fährt gerade? Wann ist er losgefahren? Wann wird er ungefähr zurückerwartet? Und wer muss als Nächstes aufs Rad?
  • hier macht ihr euch absolut unabhängig von Handynetz und Co.

Fehler 3: Zu spätes Warmfahren/Anziehen in der Nacht (Wechsel verpasst)

  • wer sich nachts erst dann anzieht und warmfährt, wenn der Teamkollege bereits auf die Döttinger Höhe einbiegt, verpasst den Wechsel mit Garantie
  • der Fahrer auf der Strecke ist eure Uhr: Exakt 30 Minuten vor der erwarteten Ankunft muss der nächste Fahrer geweckt, verpflegt und einsatzbereit in der Box stehen
  • nicht frierend in der windigen Wechselzone, sondern mental voll fokussiert auf eurer Parzelle (ohne die Schlafenden zu stören)

Foto: Marius Holler, Rad am Ring

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