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Schmerzen an Knie, Hüfte oder Rücken? Welche Rolle deine Füße & Schuhe dabei spielen!

by Daniel

Im heutigen Blog schildert euch Jens, welch wichtige Rolle deine Füße beim Fahrkomfort auf dem Rennrad spielen!

Jens versucht dir dabei möglichst viele Informationen mit an die Hand zu geben, so dass du idealerweise mögliche Ursachen für deine Schmerzen oder weiteren Symptome (Taubheitsgefühle etc.) selbst oder mithilfe einer 2. Person identifizieren kannst.

Viel Spaß beim Lesen!

Herzlichst,
Daniel

Unterschätzt: Die Füße – oft der Grund, warum wir Beschwerden beim Rennradfahren haben!

Von Jens Claussen

So ganz einfach ist es natürlich nicht….

…aaaber: Wenn Du mehr über Deine eigenen Füße weißt, wirst Du besser verstehen, warum Du Taubheitsgefühle oder Fußbrennen hast; besser verstehen, warum Dir die Knie oder die Hüfte Stress machen.

Denn: unser Körper ist ja nun einmal ein „Ganzes“, wir sprechen hier von Gelenkketten, was bedeutet:

Steht Dein Fuß im Alltag und im Radschuh schief, hat das IMMER auch eine Auswirkung auf andere Gelenke!!

Mehr Nerven im Fuß als im Gesicht

Die Füße haben mehr Nerven als unser Gesicht und müssen viel leisten!

Sie haben (in den meisten Fällen) nur eine sehr kleine Fläche, müssen aber unglaublich viel Gewicht tragen – und das über durchschnittlich 160 Mio. Schritte im Leben!!!

Die Füße erhalten von den Menschen aus meiner Sicht viel zu wenig Beachtung!

Denke mal darüber nach, was deine Füße leisten und aushalte müssen, wenn Du im Durchschnitt 10.000 Schritte am Tag zurücklegst oder aber mit tausenden von Pedalumdrehungen in Training oder Rennen unterwegs bist (Garmin Daten von mir bei einem Rennen von 02:53 h Dauer mit AVG 86 U/min: 13.509 Pedalumdrehungen) – gerade bei hohen Wattzahlen!! 

Kurzer Ausflug in die Fußanatomie….

Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, kommst Du um einen KURZEN Ausflug in die Anatomie nicht herum.

Der Fuß ist wie eine Spirale aufgebaut (in sich verdrehbar), hat 26 Knochen, 20 Muskeln, 33 Gelenke und 3 Gewölbe (inneres und äußeres Längsgewölbe und ein Quergewölbe).

Er beeinflusst unsere gesamte Körperstatik (Knie, Hüfte, Rumpf) und steckt ein Leben lang, statistisch gesehen, in sehr oft nicht passenden Schuhen!!!!!

Das folgende Video soll Dir zeigen, wie Du, am besten mit einer weiteren Person, herausfinden kannst, ob Du einen Knick-, Senk oder Spreizfuß hast – alles Begriffe, die Du bestimmt schon mal irgendwo aufgeschnappt hast ;)

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Jens zeigt, wo am Fuß typischerweise die Probleme sind
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Jens kurze Analyse hier im Video

Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn auch Du in Deinem Selbsttest irgendetwas bei Dir herausfindest!

Durch die vielen Schritte in unserem Leben verändern sich leider unsere Fußgewölbe (Längs- und Quergewölbe) zum Negativen und das ist genau der Grund, warum man Probleme bekommen kann….

Was tun ……..

…. wenn Du nun die im Video beschriebenen Veränderungen oder Auffälligkeiten an Dir selbst feststellst? 

Hier gibt es eigentlich nur zwei konsequente Wege:

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  1. Entweder Du suchst einen Orthopäden auf, um Deine Vermutung bestätigen zulassen (hier kann es erfahrungsgemäß mit Terminen aber leider immer etwas dauern) oder…
  2. Du geht zu privaten Anbietern, die im Rahmen von Statik- und Bewegungsanalysen Deine Füße genau unter die Lupe nehmen

Das bieten inzwischen viele Sport- und Laufläden an (teilweise auch mit 3D Fußscan) oder aber auch Sanitätshäuser, die erkannt haben, dass (Rad) Sportler eine interessante Zielgruppe sind und sich vermehrt Sportwissenschaftler ins Haus holen.

Hier kann dann der SpoWi in engem Austausch mit einem Orhopädieschuhtechniker seine Analyseergebnisse in den Bau von speziellen Sporteinlagen einfließen lassen – eine Riesenvorteil, zumal Einlagen im engen Radschuh individuell eingepasst werden müssen.

Fußdruckmessung

Wer es ganz genau wissen will, kann bei manchen Anbietern auch eine Fußdruckmessung (Pedografie) während des Radfahrens machen lassen. Hier wird mit Hilfe von Innensohlen die Druckverteilung während des Tretens gemessen.

Wer denkt, meine Füße sind vielleicht ein bisschen “komisch”, aber nicht wirklich “schlimm” und Arztbesuch und Analysekosten scheut, kann es natürlich auch mal mit online zu erwerbenden Radschuheinlagen versuchen.

Tipp: Radschuheinlagen!

Hier sind die Branchenführer SOLESTAR, WINSOLE, Currex Bike Pro und SQlab zu nennen. Die WINSOLE ist dabei sicherlich die Radschuheinlage, die den individuellen Bedürfnissen am nähesten kommt, da sie thermoplastisch verformbar ist.

Soll heißen: sie besteht aus einem Carbonkern, den man mit einem Fön erhitzen kann. Somit lässt sich die WINSOLE sehr gut von einem Fachmann an die Fußgewölbe anpassen (das kann ich aus eigner Erfahrung nur bestätigen…). 

TIP: Du kannst Dir Einlagen für deinen Radschuh (so z.B. auch die WINSOLE) über ein Rezept vom Hausarzt in einem Sanitätshaus anfertigen lassen. Rezepttexte variieren hier leicht, je nach Bundesland und Krankenkasse.

WICHTIG: es darf nicht „Sporteinlagen“ auf dem Rezept stehen, denn das zahlen die Krankenkassen nicht!

Isso: Kein passender Radschuh, keine Linderung der Probleme!

Du kannst Dir aber die besten Radschuheinlagen machen lassen und/oder mit Blackroll Ball und/oder anderen Produkten (hier empfehle ich persönlich den ARTZT thepro Mini Stabilitätstrainer) Deine Fußgewölbe trainieren, ohne einen Rennradschuh, der zu DEINEM Fuß passt, wirst Du keinen dauerhaften Benefit erleben. 

Meine jahrelange Arbeit als Bikefitter haben mir hier immer wieder bestätigt, dass der Rennradschuh vielfach „zu klein“ gekauft wird.

Ein verhängnisvoller Fehler, da sich der Fuß a) bei Wärme noch ausdehnt und b) in der Druckphase immer noch ein Stück nach vorne rutscht.

Mit dem folgenden Video kannst Du prüfen, ob Du den für Dich richtigen Schuh fährst.

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Hier zeigt Jens wie es NICHT sein sollte!

Abschließend möchte ich noch Folgendes loswerden

Wir Radfahrer wissen natürlich, dass Knie-, Rücken- oder Hüftprobleme ihre Ursache auch in falscher Sitzposition oder falsch eingestellten Pedalplatten haben können.

Aber das sollte heute nicht das Thema des Blogs sein😉

Also, der Artikel in einem Satz zusammengefasst: Schenke dem, auf dem Du stehst, mehr Aufmerksamkeit!!!

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Herzlichst,
Jens

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