Lorenzo Finn Laktattest: Die krassen Wattwerte des U23-Weltmeisters

by Daniel

Wenn das Red Bull Bora-hansgrohe Team im Dezember auf Mallorca zum Trainingscamp ruft, wird nicht nur entspannt im GA1-Bereich durch die Sonne gerollt – da geht es natürlich auch richtig zur Sache :-)

Wir haben uns die Strava-Daten eines Laktat-Stufentests (siehe unseren sehr guten HowTo Blog dazu!) vom 14. Dezember genauer angesehen.

Im Fokus: Lorenzo Finn, der amtierende U23-Weltmeister.

Obwohl Finn im Dez. 2025 erst 19 Jahre alt geworden ist und 2026 weiterhin für das Development-Team fährt, wird er dieses Jahr bereits bei harten Profi-Rennen wie der Tour of the Alps gegen WorldTour-Fahrer antreten.

Seine Leistungsdaten zeigen eindrucksvoll, warum das Team ihm das zutraut.

Unser Coach Philipp hat dazu einmal ein sehr interessantes Analysevideo gemacht – unterm Video die interessantesten Takeaways für euch zusammengefasst!

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Herzlichst,
Daniel

Das Test-Protokoll am Coll d’Orient

Der Feldtest fand am Coll d’Orient von Alaro aus statt (kennen wir gut aus unserem Bikecamp Mallorca!) – einem Anstieg mit einer recht stetigen Steigung zwischen fünf und sechs Prozent.

  • Die Methode: Gefahren wurden 6-Minuten-Stufen mit jeweils 30 Watt Steigerung, um eine verlässliche Laktatkinetik zu bestimmen
  • Die Durchführung: Nach jeder Belastung gab es nur eine kurze Pause von knapp zwei Minuten, gefolgt von der direkten Abfahrt und dem sofortigen Neustart
  • Die Präzision: Finn zeigte auf den Stufen ein sehr sauberes Pacing, um verfälschende Laktat-Peaks zu vermeiden

Die harten Zahlen: Ab wann tut es weh?

Lorenzo Finn startete seine Baseline bei etwa 230 Watt und schraubte sich dann gnadenlos nach oben.

  • Die letzte Stufe: Bei beeindruckenden 407 Watt fuhr er für 6 Minuten und 52 Sekunden
  • Die Klettergeschwindigkeit: Bei einer Steigung von gerade mal 5 % erreichte er eine VAM (siehe die Relevanz der VAM im Radsport!) von 1.330 Metern pro Stunde
  • Die geschätzte Schwelle: Der Abbruchpunkt des Tests lässt vermuten, dass seine tatsächliche Schwelle (siehe IANS vs FTP!) irgendwo im Bereich von 400 bis 410 Watt liegt
  • Das Leistungsgewicht: Finn wog am Höhepunkt der letzten Saison um die 63 Kilogramm. Geht man von geschätzten 64 bis 64,5 kg im Dezember aus, liegt seine Schwelle auf jeden Fall im Bereich von deutlich über 6 Watt pro Kilogramm (ca. 6,2 W/kg +)

Das 5-Minuten-All-Out und offene Fragen beim Pacing

Um das metabolische Profil abzurunden, musste Finn zum Abschluss noch einmal für 5 Minuten „All Out“ den Berg hoch.

  • Das Pacing: Die Pace wurde ihm vom Team vermutlich zunächst vorgegeben. Erst hinten raus steigerte er sich ganz extrem. In den letzten 1:45 Minuten drückte er schon 540 Watt und gegen Ende vermutlich sogar 560 bis 570 Watt
  • Die Analyse: Es stellt sich hier die Frage, ob er im Schnitt noch ein bisschen mehr hätte treten können, wenn er sich am Ende nicht so stark hätte steigern müssen, weil er gemerkt hat, dass es noch gar nicht komplett „All-Out“ war

Zum Vergleich: Sein schwererer Teamkollege Michiel Mouris trat im gleichen Test auf der letzten Stufe 447 Watt für 6 Minuten und 8 Sekunden und fuhr im 5-Minuten-All-Out 538 Watt. Ein komplett anderer, eher Rouleur-lastiger Fahrertyp, der vermutlich ein ganz guter Zeitfahrer ist.

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