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Rennradurlaub in Südtirol? Meine Erfahrungen im Lindenhof Hotel (Naturns)

by Daniel

Wie wäre es mal mit einem Rennradurlaub in Südtirol? Knackige Anstiege, über 300 Sonnentage im Jahr und eine top Infrastruktur für Rennradfahrer. Ein echter Tipp im Vinschgau ist das Lindenhof Hotel in Naturns. Ein Ort, an dem es Rennradfahrern an wirklich nichts fehlt…

Warum hat das Ding eigentlich nur vier Sterne? Was fehlt zum fünften? Will der Joachim den fünften überhaupt haben?

Ich gehe die Treppe der Skysauna runter in mein Zimmer. Ein bisschen muss ich mich beeilen, schließlich geht es gleich weiter mit dem Abendessen. Wie das Hotel, mit das Beste, was ich seit langem erfahren durfte. Das will ich auf keinen Fall verpassen.

Das Lindenhof Hotel ist eins der Ressorts, in denen man sich sehr schnell, sehr, sehr wohlfühlt. Eins mit Zimmerkarte. Keins mit Schlüssel und Bommel und gebührenpflichtigem WLAN.

In Gedanken gehe ich die Gliederung für diesen Erfahrungsbericht durch. Das Hotel hat mich vor ein paar Wochen in Rahmen der Radsportwochen mit Markus Storck und Joachim Nischler eingeladen.

Gerne dürfe ich mal runterkommen und für ein paar Tage in den geführten Gruppen mitfahren. Ich musste mal wieder raus aus München, da bin ich gerne dabei.

Was wird der Aufhänger für diesen Artikel sein?

Ganz klar die Qualität! An wen richtet sich das Angebot? An alle Rennradfahrer, die im Vinschgau, einer der schönsten Landstriche jenseits des Brenners, in familiärer Atmosphäre, ambitioniert, speziell angepasst an ihr Leistungsniveau, Rennrad fahren möchten. Und an diejenigen, die bereit sind, ein, zwei Euros mehr dafür zu bezahlen.

Denn der Lindenhof ist kein Hotel für Sparfüchse und Pfenningfuchser. Mehr was für diejenigen, die wissen, was Qualität kostet und in ihrem wohlverdienten Urlaub keine Abstriche machen möchten.

Lindenhof Hotel Naturns – traumhafte Lage im Vinschgau

Lindenhof Hotel Vinschgau

(c) Foto: Lindenhof

Meine Anreise verlief etwas holprig. Es ist nach Mitternacht, als ich in Naturns lande. Per Skoda, nicht Helikopter. Eine Stunde Umweg musste ich in Kauf nehmen. Die Abfahrt Bozen Süd war wegen nächtlichen Bauarbeiten gesperrt, zwei Abfahrten später ging es per Landstraße die sogenannte Weinstraße entlang. Bestimmt schön, nur interessiert mich das jetzt nicht.

Ich will endlich ankommen. Ich will mir das wohlverdiente Bier genehmigen. Für 23 Uhr hatte ich mich angekündigt. Das kann ich knicken. Der Uhrzeiger meines ollen Skodas war bedrohlich nah dran an der 12. In diesem Fall aber die Null.

Ruhig bleiben Müller, alles wird gut.

Obwohl nachts alle Katzen grau sind, ahnte ich schon, in welchem Eldorado ich mich hier befinde: Südtirol, links und rechts die Weinberge, am Horizont die dunklen Schatten der Felswände. Anstiege, für die ein Rennradfahrer gerne mal bereit ist, den Brenner zu überqueren. Wie zum Beispiel das Stilfser Joch. 48 Kehren für die Ewigkeit.

Und mittendrin Naturns. Ein kleiner Ort ca. 15 km westlich von Meran, 30 km nordwestlich von Bozen.

Rennrad-Opening mit Joachim & Friends

Gezählt habe ich sie nicht, die Teilnehmer bzw. die Freunde der Rennrad-Opening-Woche von Hotel-Boss Joachim Nischler. Wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen, so um die 30-40 werden es gewesen sein, die ihren Weg nach Naturns im Vinschgau gefunden haben.

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Viele Süddeutsche aus Bayern, aus Schwaben und einige Schweizer. Das fiel mir gleich auf. Nicht nur anhand der Kennzeichen in der Tiefgarage, vor allem an den Akzenten im Restaurant.

Genau wie die markante Augenpartie vom Zülle. Alex Zülle. Mehrmaliger Vize der Tour de France. Neben Jan Ullrich eins der bekannteren Testimonials vom Lindenhof Hotel.

Während Ulle für gewöhnliche im Sommer mit dabei ist, waren jetzt, Anfang April, Alex Zülle und Oscar Camenzind mit von der Partie. Zwei ehemalige Weltmeister aus der Schweiz. Den Zülle kannte ich noch. Sowohl vom Namen, als auch vom Gesicht, den Camenzind leider nicht.

Was ist die Rennradwoche und was wird geboten?

Die Frage lässt sich recht leicht beantworten. Vor allem ein professioneller Rennradurlaub mit perfekter Infrastruktur.

Ich war ja jetzt schon in einigen Rennradhotels oder auch Trainingslagern auf Mallorca, was das Team vom Lindenhof aber auffährt, ist tatsächlich Championsleague – das Rundum-Sorglos-Paket des Rennradurlaubs.

Die Rennrad-Opening-Woche auf einen Blick:

Das Lindenhof Hotel

  • Ort: Naturns im Vinschgau (Südtirol)
  • Anfahrt: ca. 3-3,5 Stunden von München
  • sehr schickes, modernes 4*s Hotel im Familienbetrieb
  • durchgestylte Zimmer mit kostenfreiem und funktionierendem WLAN
  • geführt von Joachim Nischler (selbst Rennradfahrer)

Angebot für Rennradfahrer

  • hausinterner Rennradverleih (Storck Bikes, gegen Gebühr)
  • videoüberwachter Rennradkeller mit Werkstatt und Waschmöglichkeit
  • tägliche Touren in 3-4 unterschiedlichen Leistungsgruppen innerhalb der Rennradwoche
  • Begleitfahrzeug (Verpflegung, Reparaturservice, Transport)
  • Begleitung von Ex-Profis wie Alex Züller, Oscar Camenzind oder Kai Hundertmarck, die alternierend in den unterschiedlichen Leistungsgruppen mitfahren
  • pro Gruppe gab es einen Guide
  • Verleih von GPS-Geräten
  • hauseigene App mit Touren im Vinschgau
  • Wäscheservice der Klamotten gegen Gebühr
  • extrem gut ausgebaute Radwege durch das komplette Vinschgau

Das Essen

  • sehr, sehr gute südtiroler Küche (wirklich fantastisch!!)
  • Frühstück, Mittagsbüffet und Abendessen für die Teilnehmer der Radwoche
  • sehr auf Radfahrer angepasstes Frühstück: gutes Auswahl an Nüssen, Müslis, Saftpressraum, sowie Sojamilch für Veganer
  • Mittagsbüffet, so dass sich die Teilnehmer nach den Touren mit Pasta, Salaten oder auch Kuchen stärken konnten
  • abends gab es immer ein 4-Gänge-Menü à la Carte mit extra Buffet; vom Büffet konnte man sich alleine schon satt essen

Spa, Pool & Fitness

  • insgesamt 6 Saunen und Hamam
  • Sky-Sauna auf dem Dach mit 360° Panoramablick (weltklasse!!)
  • Outdoor-Pool, perfekt zum aktiven Regenerieren
  • Fitnessraum
  • Massage & Spa gegen Gebühr

Fazit: Meine Erfahrungen im Lindenhof Hotel

Lindenhof Hotel Vinschgau

(c) Foto: Lindenhof

Die Fotos sprechen eine klare Sprache: Das Hotel ist eine glatte Eins. Was mich aber neben all den Annehmlichkeiten am meisten faszinierte, und das sage ich ganz offen geraderaus, das war diese familiäre Atmosphäre. Denn viele der Teilnehmer kennen sich schon seit mehreren Jahren – inklusive Hotelier Joachim Nischler und Markus Storck.

Beispiel?

Was man in anderen Rennradhotels eher selten sieht, das ist einen Hotelchef in Bibshorts und Socken zusammen mit anderen Teilnehmern nach der Tour durchs Hotel hüpfen, um noch schnell ein Stück Kuchen zu verputzen, bevor es unter die Dusche geht. Das hat definitiv einen „menschlichen“ Faktor.

Das Hotel selbst ist natürlich eine Top-Adresse, um seinen Rennradurlaub in illustrer Umgebung zu verbringen. Da hat Hotelier Joachim Nischler ganze Arbeit geleistet: sehr hochwertiges Interieur, top Infrastruktur, sehr gut ausgebildete und freundliche Belegschaft – es fehlt einem wirklich an Nichts.

Aus meiner Sicht bietet sich das Lindenhof Hotel für zwei mögliche Zielgruppen an. Zum einen für all diejenigen, die gerne in den speziellen Rennradwochen in größeren geführten Gruppen, unter Gleichgesinnten, fahren möchten – immer Seite an Seite mit dem einen oder anderen bekannten Ex-Profi (Jan Ullrich ist z.B. Ende Juli 2017 zugegen) oder natürlich für Solisten oder auch kleinere Gruppen, die nur für sich trainieren möchten. Denn im Vinschgau, da mangelt es an langen, knackigen Anstiegen oder auch einsamen verkehrsarmen Straßen nun wirklich nicht.

Auch ohne den fünften Stern.

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