Home » Kategorien » Sonstiges » Teamvorstellung: RSC Donaueschingen! Wie ein Verein neue Sponsoren findet und den Nachwuchs für das Vereinsleben begeistert

Teamvorstellung: RSC Donaueschingen! Wie ein Verein neue Sponsoren findet und den Nachwuchs für das Vereinsleben begeistert

by Daniel

Vereine leben vom Nachwuchs. Schaffst du es nicht, dass sich die Kids in deinem Club anmelden, geht dir über kurz oder lang das “Material” aus. Teamleiter Stefan Mania vom RSC Donaueschingen beschreibt uns, welche Herausforderungen sein Verein in den letzten 12 Monaten meistern musste: Das Zusammenstellen einer schlagkräftigen Truppe für ihre A-C Rennen, die ultrawichtige Nachwuchsförderung und natürlich Sponsorenakquise – denn ohne Moos recht wenig los.

RSC Donaueschingen

Stefan Mania stellt uns den RSC Donaueschingen vor

Laut Recherche soll es bei euch in 2018 wieder richtig zur Sache gehen. Kannst du uns die Ziele des RSC Donaueschingen im nächsten Jahr vorstellen?
Wir planen vorwiegend wieder Rennen in Baden-Württemberg zu fahren, und auch mal den einen oder anderen Abstecher in die anliegenden Länder wie Frankreich, Bayern und die Schweiz zu machen. Ebenfalls planen wir den Start bei dem einen oder anderen UCI Rennen (Vuelta Chile, Tour du Jura, etc…), sofern wir hierfür die nötigen Wildcards bekommen.

Vereinbart ihr mit den einzelnen Fahrer bestimmte Ziele?
Die Ziele vereinbaren wir mit den Fahrern individuell, aber grob über den Kamm geschert, kann man sagen, es sollten alle in den Lizenzklassen aufsteigen oder die A-Klasse im Amateursport halten. Mit diesem Ziel sollten dann auch Podestplatzierungen im süddeutschen Raum einhergehen.

Wie wird euer Team in 2018 aussehen?
Wir werden versuchen unseren Kader sehr breit aufzustellen. Zum Großteil werden unsere Fahrer wieder aus dem Raum Donaueschingen kommen. Punktuell werden wir uns aber auch außerhalb dieses Radius verstärken. Grob wollen wir daher fünf reine Kriteriumsspezialisten und Sprinter im Team haben bzw. fünf Bergfahrer. Mit zwei Spitzenfahrern aus Leutkirch verhandeln wir deshalb zurzeit noch.

Warum lief es denn in 2017 nicht ganz so rund bei euch?
Das stimmt, diese Saison verlief nicht so dolle, aber auch nicht ganz so schlecht wie zunächst befürchtet. Wir mussten im letzten November noch den Abgang der halben Mannschaft verkraften, da diese zu einem neu gegründeten Team aus Ihrer Region wechselten – und so spät im Jahr dann noch gleichwertigen Ersatz zu bekommen. war für uns leider nicht möglich.

RSC Donaueschingen

(von li.) Bruno Wischnewski, Manuel Henninger, Björn Dölker, Daniel Fahl, Stefan Menia, Denis Renner

Habt ihr Anknüpfungspunkte zur Jedermannszene?
Im Jedermannbereich sind wir eigentlich nicht wirklich aktiv. Wir veranstalten bei unserem Heimrennen zwar immer ein Jedermannrennen, aber der Zulauf hält sich dort in Grenzen. Zur kommenden Saison werden wir jedoch einen Fahrer im Team haben, der vom Jedermannsport kommt.

Wie siehst du das Thema Jedermannszene (GCC) vs. Vereinsport (Lizenz). Wie kann der BDR für alle eine gute Lösung finden?
Ich glaube, das eine kann ohne das andere nicht. Der Vereinssport ist wichtig, um den Nachwuchs zu fördern und weiterhin im Profibereich so erfolgreiche Fahrer mit Tony Martin & Co. hervorzubringen.

Der Jedermannbereich ist wiederum wichtig, um das Profitum attraktiv zu halten für Sponsoren. Meiner Meinung nach wäre es eine Möglichkeit, bei den großen Jedermannrennen in Deutschland, auch Profirennen oder Eliterennen gleichzeitig zu veranstalten.

Bei Rad am Ring funktioniert das ja schon ganz gut und in Österreich gibt es auch ein Event, bei dem das praktiziert wird – es wird von allen Seiten gelobt.

Wie heißt das Event?
Der Name ist mir gerade entfallen, reiche ich nach…

Was ist deine Meinung zu den Tageslizenzen vom BDR?
Die Tageslizenzen zum Reinschnuppern in die C-Klasse finde ich persönlich spitze, vermute aber, dass der recht teure Preis viele Jedermänner abschreckt.

Was ist eure Strategie? Wie versucht ihr, euren Verein attraktiv für neue Teammitglieder zu machen?
Aus diesem Grund sind wir im Verein momentan in einem kompletten Umbruch. Unser Ziel ist es, den Nachwuchs wieder vermehrt zu fördern, da dies ja die Fahrer von morgen sind.

Wir hoffen zudem, dass dann auch einige Eltern wieder aktiv werden. Ich denke, dass man das Vereinsleben wieder interessanter bekommt, wenn man als Außenstehender einmal diese verschworene Einheit sieht – wie z.B. beim gemeinsamen Training. Zusammen statt alleine.

Wie geht ihr das Thema Nachwuchsgewinnung im Verein konkret an?
Wir haben seit vergangener Saison wieder einen Nachwuchstrainer, Alexej Sadkowski, er war selbst lange Zeit aktiv und geht einfach super mit den “Kleinen” um. Dass sehen wir bereits an den Zahlen der Jugendlichen, welche bei uns mittlerweile wieder ins Training kommen.

Was wir zusätzlich gemacht haben, ist, dass wir dank einem unserer Partner und einer großzügigen Spende, zwei Kinderrennräder angeschafft haben. Uns ist bewusst, dass Radsport ein doch eher kostenintensives Hobby ist – vor allem für Kinder, wenn man nicht weiß, ob sie wirklich dranbleiben. Diese Räder können bei Bedarf zur Probe ausgeliehen werden – eine gute Sache für die Eltern.

Wie kann ich mir eigentlich eine typische Trainingswoche bei euch vorstellen?
Die meisten trainieren nach Trainingsplan, ich z.B. nach dem von STAPS, die meisten anderen Fahrer mit einem Trainer oder Trainerin. Momentan liegt bei uns aber einheitlich der Schwerpunkt darauf, die Grundlage aufzubauen sowie allgemeines Athletiktraining zu forcieren, um die wichtige Haltemuskulatur zu stärken.

Anzeige

Aber wie eingangs beschrieben, letztem Herbst hatten wir einen großen Umbruch, seitdem hat sich einiges ändert. Eine dieser Änderungen ist eben auch, dass ich einführen will, dass wir einmal pro Woche gemeinsam trainieren gehen. Das klappt jetzt in den ersten Wochen der Vorbereitung schon prima – man merkt einfach, wie wir alle ein wenig mehr zusammenwachsen. Ich denke das wird auch der Knackpunkt für die kommende Saison sein. Wenn wir wirklich eine Einheit sind, können wir auch die größeren Mannschaften durch unser Kollektiv das eine oder andere Mal ärgern.

Müsst ihr euer Material komplett selbst kaufen oder bekommt ihr über den Verein bessere Konditionen?
Kaufen müssen wir alles selbst, ja. Zum Glück gibt es ein paar Sponsoren, die es uns ermöglichen, das Material zumindest ein bisschen günstiger zu bekommen – wie Tune, Edis Fahrradshop und auch Mavic.

Unser Ziel ist es aber, mit den Ergebnissen und unserem Auftreten, wieder attraktiver für Sponsoren zu werden und dadurch mehr Geld für die Fahrer und deren Material zu akquirieren.

Wie schwer ist es denn, in der heutigen Zeit noch zahlungskräftige Partner zu finden?
Neue Sponsoren zu finden, gestaltet sich als äußerst schwierig. Hier möchte ich, wenn es für dich in Ordnung ist…

RSC Donaueschingen      RSC Donaueschingen

Ist in Ordnung…
…der Firma Fürstenberg Brauerei und Blitz Rotary danken, und natürlich auch den vielen kleineren Sponsoren. Sie unterstützen uns jetzt schon seit vielen Jahren. Ohne diese Sponsoren wäre es tatsächlich nicht möglich, den Rennbetrieb aufrecht zu halten.

Was könnt ihr den Sponsoren bieten? Was ist deren Nutzen?
Zum einen können wir natürlich die Präsenz bei den Rennen bieten und durch unsere aktive Fahrweise auffallen, aber auch mit den Trainingskilometern, die jeder von uns abspult, sind wir ständig in der Region bzw. auch im Ausland präsent – wie in der Schweiz oder Österreich.

Wir arbeiten stark daran, unsere mediale Präsenz zu verstärken – so konnten wir im letzten halben Jahr einen Radiosender als Partner gewinnen, der seitdem von unseren Rennen berichtet.

Unsere Sponsoren dürfen natürlich auch bei unserem Heimrennen einen Stand aufbauen und sich dort den anwesenden Zuschauern präsentieren.

RSC Donaueschingen

Bindet ihr das Team auch in die Marketingevents mit ein?
Unser Team kann natürlich auch nach Rücksprache mal zu einem Event kommen und dort präsentiert werden – das muss logischerweise aus Termingründen vorher abgestimmt werden.

Zudem könnt ihr bzgl. Materialerfahrungen den Herstellern gutes Feedback geben?
Ja klar, wenn es um Materialsponsoring geht, können wir natürlich unsere Erfahrungen und Meinungen kommunizieren – und auch Verbesserungspotential aufzeigen.

// Wer Lust hat, der SpeedVille Community sich oder sein Team vorzustellen, bitte eine E-Mail an: info [at] speed-ville.de

Weiterführende Links:
– RSC Donaueschingen Facebookseite (Link)
– Teamvorstellung: Equipe Monasteria (Link)
– Dominik Merseburg über A-Klassefahrer und Jedermannrennen (Link)
– Das Kuriosum Jedermannszene (Link)
– Franco Adamo von Strassacker über den BDR (Link

(c) Fotos im Artikel: RSC Donaueschingen, Helene Rettig

Das könnte Dir auch gefallen: