Zwift wird smarter: Endlich personalisierte Trainingspläne & neues HUD

by Daniel

„Hand aufs Herz: Zwift hat uns zwar sicher durch die letzten Winter gebracht, wirkte im Vergleich zur erstarkten Konkurrenz aber fast schon ein bisschen altbacken.

Während Anbieter (siehe die aktuellen Alternativen zu Zwift) wie MyWhoosh mit kostenlosen Modellen und UCI-Lizenzen um sich werfen und Rouvy bei der Realitätsnähe punktet, wirkte Watopia oft wie ein statisches Museum.

Doch der aktuelle PR-Call (wir waren im März als Pressevertreter eingeladen)zeigt: Zwift hat verstanden, dass bunte Grafiken allein nicht mehr reichen.

Mit der neuen Roadmap für 2026 rückt endlich das in den Fokus, was uns wirklich am Rechner hält: effektives Training und eine Benutzeroberfläche, die nicht mehr aus dem letzten Jahrzehnt stammt.

Wir haben uns die Details angeschaut und eingeordnet, ob das jetzt der große Befreiungsschlag ist oder nur ein längst überfälliges Nachziehen.“

Endlich Schluss mit 08/15: Die neuen smarten Trainingspläne

Flexibel statt starr: So passt sich Zwift deinem Alltag an

  • Personalisierte Empfehlungen (ab April): Anhand deiner Daten, die bei Zwift gespeichert sind, gibt dir deine Zwift App nun eine Empfehlung, welches Training du absolvieren solltest. Gemischt aus Workouts, Robopacer-Fahrten und Routen. Ebenfalls versucht Zwift deine Outdoor-Fahrten mit einzubinden und will dir dann ebenfalls Vorschläge erstellen.
  • Wochenplanung mit der App (ab April): Mit dem App-Update kommt ebenfalls die Möglichkeit, seine Woche zu planen und die personalisierten Vorschläge werden dementsprechend darauf angepasst. Ist das Wetter am Sonntag schlecht und du planst dir z.B. ein Zwift-Rennen ein, wird dir die App für Samstag eher etwas lockereres als Vorschlag machen. Innerhalb der App kannst du die Vorschläge verschieben und anpassen. Auch Drittanbieter Apps, die dein Training auf Zwift bringen, sollen berücksichtigt werden. (SpeedVille-Coaching App Trainings über Trainingspeaks werden dementsprechend mit angezeigt)
  • Zwift Camp: Breakthrough (6.4.2026-17.05.2026): Als letztes Camp bietet Zwift 5 Sessions an, die zur Verbesserung von Technik, Stabilität und Kontrolle dienen sollen. Wie die Sessions genau aussehen und ob auch bestimmte Intervalle mit abgefahren werden, sehen wir im Laufe des Camps und lassen uns dementsprechend überraschen.

Die Konkurrenz im Nacken: Ein Angriff auf TrainerRoad?

Klingt auf dem Papier erstmal nach einem absoluten Gamechanger. Aber machen wir uns nichts vor: Zwift zielt mit diesem Feature ganz direkt auf spezialisierte Trainings-Apps wie TrainerRoad ab. Und genau hier ist eine gesunde Portion Skepsis angebracht.

Klar, für den Feierabend-Rider, der sich bisher einfach planlos durch Watopia geklickt hat oder immer nur dieselben alten Workouts abspult, ist eine smarte, dynamische Wochenplanung ein riesiger Fortschritt. Aber kann der neue Zwift-Algorithmus wirklich mit der jahrelang trainierten ‚Adaptive Training‘-KI von TrainerRoad mithalten? Erkennt Zwift verlässlich die Nuancen meiner Erschöpfung und passt die Progression Levels meiner Intervalle exakt an? Da muss die Praxis erst noch zeigen, ob Zwift mehr liefert als nur ein nettes „Fahr heute mal locker, weil das Wetter schlecht ist“.

Zudem muss man die Kirche im Dorf lassen: Wer ohnehin schon ambitioniert trainiert und einen strukturierten Plan verfolgt – zum Beispiel unsere eigenen SpeedVille Trainings über TrainingPeaks –, der braucht keine Zwift-Empfehlungen, die dazwischenfunken. Das Workout wird wie gewohnt einfach in Zwift importiert und dann zielgerichtet abgearbeitet.

Das Zwischenfazit: Ein starkes Feature für alle, die mehr Struktur in ihr Indoor-Training bringen wollen, ohne extra Geld für eine Zweit-App in die Hand zu nehmen. Für die richtig ambitionierten Rennradfahrer bleibt ein individueller Trainingsplan aber vorerst ungeschlagen.


Neues Zwift HUD
Neues Zwift HUD
Du kannst das Zwift HUD nach deinen persönlichen Präferenzen konfigurieren
Konfiguriere das HUD nach deinen Präferenzen

Das anpassbare HUD: Ein längst überfälliges Update

Mehr Übersicht, weniger Ablenkung auf dem Bildschirm

  • Das HUD wird mehr konfigurierbar sein (ab Mai): Mit dem Mai-Update wirst du mehr Werte in dein Zwift-HUD konfigurieren können. Dir stehen 4 Slots zur Auswahl, die du dementsprechend anpassen kannst. Spannend sind die Datenfelder wie “Stress Points”, “Core Temperature“ und “Power Balance”, da die bestehende Hardware dementsprechend mit an Zwift angebunden werden muss.

Neue Welten und Strecken: Von Paris bis in den Schotter

Die Paris-Erweiterung: Mehr Kilometer für Frankreich-Fans

  • Tour-Fieber-Challenge und Paris Karten-Erweiterung: Ab dem 02.07.2026 beginnt das Tour-Fieber bei Zwift und 6 Wochen lang finden verschiedene Rennen und Events rund um die Tour statt. Die Paris Karte wird um einen Abschnitt um den Montmartre Anstieg erweitert und es wird einen Kopfsteinpflaster Anstieg zur Basilique du Sacré-Coeur de Montmartre geben. Der neue Abschnitt soll 10 Routen und 13KM neuen Asphalt und Kopfsteinpflaster bieten.

Gravel-Mountain: Nettes Gimmick oder echter Mehrwert für Roadies?

  • Neue Strecke: Gravel Mountain: Zum ersten mal auf Zwift erscheint am 06.04 eine reine Gravel-Strecke. Wir sind gespannt, wie die neue Strecke mit in die Events eingeplant wird und wie das “Gravel” Feeling sich auf die Rolle übertragen wird. Dazu passend findet vom 06.04 bis 03.05 die “PAS Racing Series” statt, die auch auf dieser neuen Strecke stattfinden wird.

Bye-bye Level-Cap: Neue Motivation für die Dauerbrenner

  • Neues MAX Level (ab April): Für Radfahrer wird die Level-Obergrenze von 100 aufgehoben und für Läufer geht es nun von 30 auf 50 (Max) weiter. Laut Zwift ist das Level ein großer Motivationsfaktor und soll es für die zukünftige Zeit auch bleiben.
  • Der Drop Shop: Neben der Max-Level Motivation ist der Shop für viele Zwifter auch eine Motivation XP auf der Plattform zu sammeln. Ab dem Frühjahr kommen wieder neue Kompletträder/Laufräder in den Shop und auch Gravelequipment soll dann zu finden sein. Die bestehenden Räder sollen mit einzigartigen Farben anpassbar werden und es soll einen neuen Radhersteller ab August geben, der seine Räder in den Drop Shop bringt.

Fazit: Reicht das im Kampf gegen MyWhoosh und Rouvy?

Auch wenn das Update keine neue Hardware oder große neue Routen bereithält, macht Zwift mit seinem Update viel richtig. Die neue Möglichkeit mit “der Planung deiner Woche” könnte ein interessantes Features werden. Da die Trainingspläne auf Zwift doch mit den Jahren etwas “angestaubt” wirken, werden einem jetzt personalisierte Einheiten angeboten, dies klingt nach einem spannenden neuen Feature. Auch der neue Paris-Abschnitt könnte gut werden, wenn dieser in den Events schön umgesetzt wird. Da bis zum Tour-Start aber noch ein paar Wochen vergehen werden, lassen wir uns da einfach überraschen!

Es ist gut zu sehen, dass Zwift die Scheuklappen ablegt. Besonders das anpassbare HUD ist ein Feature, auf das die Community seit Jahren (zurecht!) gewartet hat. Dass die Trainingspläne jetzt ’smarter‘ und flexibler werden, ist die einzig richtige Antwort auf spezialisierte Apps wie TrainerRoad.

Aber bleiben wir kritisch: Ein ‚Gravel-Mountain‘ in einer virtuellen Welt ist zwar ein nettes Gimmick, löst aber nicht die Kernprobleme wie das oft kritisierte Weight-Gaming in Rennen oder die stagnierende Grafik-Engine.

Urteil: Zwift macht mit diesem Update einen großen Schritt in die richtige Richtung, um den Thron gegen MyWhoosh und Co. zu verteidigen. Für uns als Rider bedeutet das vor allem: Das Training wird individueller und die Bedienung weniger frustrierend. Ob die KI-Pläne aber wirklich einen echten Coach ersetzen können, muss der Praxistest im kommenden Winter erst noch beweisen. Wir bleiben für euch dran!“

Fotos: Titelfoto KI generiert

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